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14.08.2018

Salzburg in Skopje: Der schnelle Weg zu zehn Millionen Euro

Champions League: Der Meister verteidigt in der dritten Qualifikationsrunde bei Shkëndija einen klaren Vorsprung.

Mit einem 3:0-Heimsieg im Gepäck reiste Salzburg zum Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Shkëndija nach Skopje (20.15 Uhr, live Puls 4). Die Partie findet in der mazedonischen Hauptstadt statt, weil das Stadion im 50 Kilometer entfernten Tetovo nicht tauglich für Europacup-Spiele ist.

Salzburg-Trainer Marco Rose warnte aber schon nach dem turbulenten Hinspiel, in dem der Meister aus Mazedonien sein österreichisches Pedant 20 Minuten in der ersten Hälfte mehr als forderte: „Wenn wir nicht aufpassen, dann steht es schnell 0:1.Und dann gehen Dinge los, die im Fußball schon recht häufig passiert sind. Es gilt, keine Sekunde nachzulassen.“

3:0-Vorsprünge sind natürlich schon verspielt worden, auch wenn das sehr selten passiert. Eine österreichische Mannschaft hat dies zuletzt vor 28 Jahren „geschafft“: Die Admira schied 1990 in der dritten UEFA-Cup-Runde gegen Bologna nach Elfmeterschießen aus.

Damals waren die Vorzeichen aber andere. Admira hatte schon im Heimspiel gegen den Serie-A-Klub großes Glück gehabt, der Ungar Detari traf in der Südstadt drei Mal nur Stange oder Latte.

Im Rückspiel ging dann aus Sicht der Admira alles schief, was nur schief gehen konnte: ein frühes Gegentor, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, eine Rote Karte für Kühbauer und ein Elferschießen mit 16 Versuchen, in dem just den Routiniers Elsner, Degeorgi und Dötzl die Nerven versagten.

Wichtiges Auswärtstor

Den Südstädtern ist damals kein Auswärtstor gelungen. Ein Treffer heute würde der Salzburger Mannschaft die Aufgabe gegen Shkëndija natürlich extrem erleichtern: Dann müsste der Gegner schon fünf Treffer erzielen. Und das scheint bei der Defensivstärke der Salzburger ausgeschlossen zu sein, die in den fünf Pflichtspielen in dieser Saison nur ein Gegentor und das aus einem Elfer kassiert haben.

In Skopje geht es auch um viel Geld. Alleine der Aufstieg ins Play-off wird von der UEFA mit fünf Millionen Euro belohnt, die aber nur ausbezahlt werden, wenn der Einzug in die Champions-League-Gruppenphase verpasst würde. Gelingt dieser erstmals im elften Versuch, dann bekommt Salzburg zumindest 26 Millionen Euro Startgeld.

Gelingt gegen Shkëndija der Aufstieg, wäre das Mindestziel der Salzburger in jeder Europacup-Saison erreicht: eine Gruppenphase. Jene in der Europa League wäre dann zumindest fix. Und auch diese würde Millionen garantieren. Zum fixen Startgeld von 2,92 Millionen Euro kommt noch der Anteil am neuen flexiblen Antrittsgeld-Topf. Dies wären im Fall des österreichischen Serienmeisters weitere zumindest rund 2,3 Millionen Euro.

Insgesamt stehen gegen Shkëndija rund zehn Millionen Euro an Prämien auf dem Spiel. Bei einem Ausscheiden gibt es nämlich  als kleines finanzielles Trostpflaster nur 480.000 Euro und die Chance, sich über das Europa-League-Play-off für die Gruppenphase des kleineren Europacups zu qualifizieren.

Mit einem Auge werden die Salzburger heute aber auch nach Trnava blicken: In der slowakischen Stadt entscheidet sich im Duell Spartak gegen Roter Stern Belgrad, wer der mögliche Gegner im Play-off der Champions League sein würde. Das Hinspiel in der serbischen Hauptstadt endete mit einem 1:1-Remis.