Rapids Europacup-Helden am Drücker

1996 spielten Stöger (li.) und Schöttel gemeinsam im Europacup-Finale, heute sind sie Gegner als Europacup-Trainer.
Foto: apa

Wettstreit der Meisterschüler: Schöttel trifft in Wr. Neustadt mit Rapid auf seinen Ex-Kollegen Stöger.

Es ist ein doppeltes Wiedersehen für Peter Schöttel. Der neue Rapid-Trainer kehrt gleich in seinem ersten Auswärtsspiel an seine letzte Wirkungsstätte zurück, um in Wr. Neustadt die Tabellenführung zu verteidigen. Dabei trifft Schöttel auf Peter Stöger - einen alten Bekannten aus dem legendären Rapid-Team, das 1996 Meister wurde und ins Europacup-Finale kam.

Schon wieder ein '96er: Zum Saisonstart hieß Schöttels Gegner Dietmar Kühbauer. Der Admira-Trainer war ebenfalls eine Führungsfigur im erfolgreichen "Summer of '96".

In seiner täglichen Arbeit stimmt sich Schöttel mit den Ex-Teamkollegen Carsten Jancker (Nachwuchs-Sportmanager) und Zoran Barisic (Amateur-Trainer) ab, die ebenfalls am 8. Mai 1996 in Brüssel gegen Paris Saint-Germain (0:1) zum Einsatz kamen. Und mit U-20-Teamchef Andreas Heraf hatte Schöttel wegen WM-Verteidiger Michael Schimpelsberger zu tun.

Cordoba

Der grüne Jahrgang 1996 dürfte offensichtlich nicht nur auf dem Feld erfolgreich sein. In den letzten zwei, drei Jahren drängten viele frühere Klassekicker in wichtige Positionen des österreichischen Fußballs. Dass von den Cordoba-Helden (1978) nur noch Walter Schachner in der Bundesliga aktiv ist, zeigt, dass eine neue Generation das Kommando übernommen hat.

"Das hat auch biologische Gründe. Es war einfach an der Zeit, dass diese Generation nachrückt. Dazu zähle ich auch Walter Kogler bei Wacker und Franco Foda bei Sturm", erklärt Stöger, der mit Schöttel seit dem Karriereende schon einige Duelle ausgetragen hat: "Als Sportdirektoren haben wir uns bei Austria - Rapid getroffen. Als Trainer bei Vienna - Sportklub. Auch wenn wir mit Wr. Neustadt Außenseiter sind, spielen wir heute auf Sieg."

Fest steht, dass die beiden auch nach Schlusspfiff ein gutes Verhältnis pflegen werden. So hatte sich Stöger in der Sommerpause mit Schöttel getroffen, um Informationen über Wr. Neustadt einzuholen. Schöttel wurde wiederum von Stöger darin bestärkt, Thomas Hickersberger als Co-Trainer auszuwählen. "Es ist schon damals aufgefallen, dass man mit vielen aus dieser Mannschaft beim Fußball in die Tiefe gehen kann und nicht nur an der Oberfläche kratzt", erzählt Schöttel.

Dokupil

Einig sind die Wiener auch darin, dass die Klasse von 1996 mit Ernst Dokupil damals den richtigen Klassenvorstand hatte. Stöger: "Er hat uns werkeln lassen und ermutigt, Verantwortung zu übernehmen. Besser eine falsche Entscheidung auf dem Feld als gar keine - diesen Lehrsatz hab' ich mitgenommen", verrät Stöger.

Auch wenn eine neue Trainergeneration am Werk ist - als jung will sich der 44-jährige Schöttel nicht mehr bezeichnen: "In diesem Alter war Josef Hickersberger Teamchef und Jose Mourinho bereits Champions-League-Sieger."

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(kurier / Alexander Huber) Erstellt am
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