Sport | Fußball
17.05.2018

Rapidler auf Reisen: Köln – Vatikan – Heidenheim

Papst Franziskus ist Rapid-Mitglied, Louis Schaub ist Kölner und Nikola Dovedan könnte dem Teamspieler nachfolgen.

The Times They Are a-Changin’: Der „Arbeiterverein“ beim Papst. Kardinal Schönborn und „Rapid-Seelsorger“ Christoph Pelczar begleiteten eine rund 30-köpfige Rapid-Delegation in den Vatikan.

Vor ein paar Jahren wäre so eine Audienz, etwa mit Ehrenpräsident Edlinger und dem erzkonservativen Benedikt XVI. als Gegenüber, nicht denkbar gewesen. Nachfolger Franziskus gilt für viele politische Beobachter hingegen als „letzter Linker mit Macht“. Auf jeden Fall ist der 81-jährige Argentinier ein großer Fußball-Fan.

Empfang am Petersplatz

Als solcher verzichtete der Papst auf die Förmlichkeiten in der Audienzhalle: Die durch einen Stau verspäteten Rapidler fielen nicht um das Treffen um, sondern wurden kurzerhand auf dem Petersplatz empfangen. Franziskus segnete die Hütteldorfer auf Deutsch, Kapitän Stefan Schwab erklärte auf Italienisch die Gastgeschenke. Der Pontifex nahm auch die lebenslange Mitgliedschaft beim SK Rapid an.

Für tiefgläubige Spieler wie Ljubicic, Galvão oder Joelinton erfüllte sich ein Kindheitstraum.

Aufregende Tage

Für Louis Schaub war es das beeindruckende Ende einer spannenden Reise: Vor dem Vatikan war Köln das Ziel des Teamspielers. Er nutzte seine Ausstiegsklausel, um beim Zweitligisten einen Vertrag bis 2022 zu unterschreiben. Der 23-Jährige war sein halbes Leben lang bei Rapid und hat mit seinen Europacup-Toren Millionen Euro eingespielt. Schaub spricht über die „Wucht des FC“ und soll Köln als Spielmacher zurück in die Bundesliga führen.

Die Ablöse liegt bei mehr als drei Millionen Euro, der Netto-Ertrag für Rapid (aufgrund diverser Beteiligungen) aber deutlich darunter.

Österreicher im Fokus

„Es wird Ersatz kommen“, kündigt Sportdirektor Fredy Bickel an. Da nach aktuellem Stand für die kommende Saison bereits acht Legionäre unter Vertrag sind, werden Österreicher bevorzugt.

Nikola Dovedan ist laut KURIER-Recherchen einer der Top-Kandidaten. Der 23-jähriger Tullner wechselte vor einem Jahr um 400.000 Euro von Altach nach Heidenheim. Beim deutschen Zweitligisten kam der 16-fache

U-21-Teamspieler zumeist als hängende Spitze zum Einsatz und in 29 Partien auf elf Scorerpunkte. Schon länger auf der Wunschliste steht Sasa Kalajdzic. Der 20-jährige Admiraner laboriert allerdings an einem Mittelfußbruch.

Eine Verpflichtung des oft genannten LASK-Aufsteigers Thomas Goiginger gilt als unwahrscheinlich.

Rückkehrer Bosnjak

Zurück bei Rapid ist Denis Bosnjak, 21. Der Sechser wurde von einigen verfrüht als „nächster Ljubicic“ angekündigt, kam als Kooperationsspieler in Wiener Neustadt aber nicht zum Einsatz. Nun bekommt er im Profi-Training noch eine Chance, sich für den Kader der nächsten Saison zu qualifizieren. Einsätze in der Ostliga für Rapid II sind nicht erlaubt.