Spektakulär: Der Rapidler Schobesberger kann in allen Lagen kicken

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Bundesliga
04/04/2015

Hütteldorfer Zirkuspferd namens "Schobi"

Philipp Schobesberger sorgt bei Rapid für Überraschungen.

von Alexander Huber

Hans Krankl sagte nach dem 1:0 von Rapid in Wiener Neustadt: "Solche Fußballer muss man lieben." Der Sky-Experte meinte damit nicht den Torschützen Robert Beric, der wie einst der Goleador selbst über einen außergewöhnlichen Torinstinkt verfügt. Sondern Assistgeber Philipp Schobesberger, der flink, technisch beeindruckend und auch noch mit Übersicht durch den Strafraum gewuselt war.

Heute kann Schobesberger gegen den WAC (18.30 Uhr) erstmals fix davon ausgehen, zur Startelf von Rapid zu gehören. Nicht nur, weil Schaub (verletzt) und Kainz (gesperrt) fehlen, sondern weil der 21-Jährige im Frühjahr deutlich zugelegt hat. "Ich hoffe, es läuft wie beim 3:0 im Herbst, als ich auch anfangen durfte und ein Tor vorbereitet hab’". Zu seinen Anpassungsschwierigkeiten meint der Ex-Paschinger: "Meine Defensivarbeit hab’ ich schon verbessert, sie ist aber immer noch meine größte Schwäche. Dabei hilft mir, dass es bei Rapid jeden Tag viel mehr Coaching gibt."

Schobesbergers Berater Alexander Sperr versprach Rapid einen ablösefreien Spieler, der mit seinen Dribblings den Unterschied ausmachen könnte. Tatsächlich wäre der Linzer aber fast in Graz gelandet. Mit Sturm-Manager Goldbrich gab es eine Einigung, doch Sportdirektor Müller und Chefcoach Barisic setzten nach. "Ich hab’ gespürt, dass er eigentlich zu uns will", sagt Barisic, der mit seinem Trainerteam danach viel Geduld benötigte.

Trainingsfaul

Der Flügelflitzer wirkt im Training oft lustlos, fast apathisch. "Das hör’ ich von den Trainern oft, aber das schaut nur so aus – wirklich", sagt der Schnellste und mit 66 Kilo Leichteste im Kader.

Sperr riet den Rapidlern, den Naturbelassenen, der nur "Schobi" statt Philipp gerufen werden will, nicht zu verbiegen. Weil sich der Neue mit den Aufgaben steigern würde. Tatsächlich blüht Schobesberger auf, wenn es um alles geht. "In Pasching war ich am besten, wenn das Fernsehen da war. Jetzt, wenn das Stadion voll ist."

Wie ein Zirkuspferd nimmt "Schobi" nur die Hürden, die gerade nötig sind. Dafür macht er das dann spektakulär. Auf jeden Fall ist noch viel Luft nach oben.

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