Optimistischer Blick: Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer

© Kurier/Jeff Mangione

Interview
01/27/2022

Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer: "Wir werden das schon schaukeln"

Feldhofer über den heftigen Umbruch im Rapid-Kader, die Suche nach neuen Stürmern, seinen Optimismus und ein Problem mit Rückkehrer Demir.

von Alexander Huber

Rapid gibt einen Stammspieler nach dem anderen ab, in nur neun Tagen wartet das Cup-Viertelfinale gegen Hartberg und Ferdinand Feldhofer ist – die Ruhe selbst. Der 42-jährige Rapid-Trainer präsentiert sich im KURIER-Interview nach dem Trainingslager in der Türkei auffallend optimistisch.

KURIER: Wie fällt Ihre Bilanz vom ersten Trainingslager mit Rapid aus?

Ferdinand Feldhofer: Sehr positiv! Es ist kein Verletzter dazugekommen. Das ist unüblich, weil wir sehr hart gearbeitet haben. Die Jungs haben mit großem Engagement und Freude mitgemacht.

Apropos Freude: Es waren viele lachende Gesichter zu sehen. Ist daraus auch eine sportliche Tendenz fürs Frühjahr abzulesen?

Ich höre von den Mitarbeitern, die schon länger da sind, dass die Stimmung für zwölf Tage auf einem Fleck unglaublich gut ist.

So sehe ich das auch, und es ist mir wichtig, dass alle mit Freude ihren Job erledigen. Der Erfolg ist dann aber natürlich das Wichtigste.

Die Ergebnisse der Testspiele waren nicht perfekt, dafür war aber eine grundsätzliche Änderung der Spielweise zu sehen: Das Offensivpressing wird verschärft. Es geht um viele kurze Sprints. Funktioniert das?

Grundsätzlich ist geplant, dass wir nach der Rapid-Spielphilosophie auftreten und das gemeinsam mit meinem Zugang praktizieren. Es heißt aber nicht, dass wir zum Frühjahrsstart immer so spielen. Wir haben darauf geachtet, alle Facetten zu üben.

Neben der Raute wurde mit dem 4-3-3 noch ein neues System präsentiert. Ist das ebenfalls eine Variante, die im Frühjahr helfen soll?

Ja, absolut!

Dafür benötigt man aber auch ausreichend viele Stürmer. Nach Kara steht Fountas vor dem Wechsel in die USA. Einige Trainerkollegen wären wohl knapp vorm Durchdrehen, wenn Ende Jänner die beiden besten Scorer gehen. Warum bleiben Sie so ruhig?

Erstens: Noch ist Taxi bei uns. Zweitens: Das kommt nicht aus heiterem Himmel. Wir sind vorbereitet! Ich wusste, dass viele Verträge auslaufen. Wir haben schon einige Entscheidungen getroffen, weitere werden folgen. Wir arbeiten das Schritt für Schritt ab. Auch wenn ich am liebsten am ersten Trainingstag gerne den fertigen Kader beisammen gehabt hätte – aber das ist nicht die Realität. Es heißt für uns alle: Flexibel sein.

Da stellt sich die Frage, warum Transfers nicht früher abgewickelt werden, um die Nachfolger im Trainingslager zu integrieren. Ist es die Logik des Marktes, dass erst am Ende Bewegung reinkommt, weil alle pokern?

Im Detail weiß das die sportliche Führung. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ja, so läuft das am Markt ab (lacht).

Fountas kassiert spätestens ab Sommer in Washington insgesamt sieben Millionen Dollar für drei Jahre. Haben Sie Sorge, dass er seine Intensität im Spiel verliert, wenn er im Frühjahr noch da wäre? Wäre es Ihnen lieber, wenn er verkauft wird?

Nein. Es kommt, wie es kommt. Taxi kann ein absoluter Unterschiedsspieler sein und ist das derzeit auch. Ich bin sehr glücklich, wie er sich präsentiert. Das ist absolut vorbildlich von Taxi.

Angenommen, Kara und Fountas werden verkauft – müssen dann auch zwei neue Stürmer her?

Wenn es für alle Seiten passt, warum nicht? Wir haben uns überlegt, wie wir das auffangen könnten. Aktuell ist Taxi aber Rapid-Spieler.

Wie muss Kara ersetzt werden, sofern sein Medizincheck in den USA für Orlando funktioniert hat?

Für ihn hätte ich am liebsten schon vorgestern einen Nachfolger gehabt (lacht). Seine physische Stärke können wir intern nicht nachbesetzen, wir verlieren ohne Ercan an Flexibilität. Deswegen muss ein Ersatz kommen, und da sind wir auch dahinter.

Sportchef Zoran Barisic hat einen Legionärsplatz freigehalten. Haben Sie Sorgen davor, während der Saison einen Spieler aus dem Ausland zu integrieren?

Ich kenne diese Situation bereits von meinen früheren Stationen. Unsere Spieler gehen sehr gut mit Neuen um, wenn sich diese integrieren wollen und auch korrekt verhalten. Wir werden das schon schaukeln!

Immerhin war Barcelona-Rückkehrer Yusuf Demir bereits in der Türkei mit. Wie beschreiben Sie die ersten gemeinsamen Wochen?

Mit Yusi ist es sehr angenehm, weil er sehr engagiert und motiviert ist. Ich muss aber auf die Bremse steigen: Wir hatten körperliche Werte von seinem Abschied im Sommer, die er jetzt nicht mehr hat. Yusi ist grundsätzlich fit, aber es wird noch ein wenig dauern, bis er 90 Minuten spielen kann.

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