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Sport Fußball
03/30/2019

Rapid startet mit einem klaren Sieg in die Qualifikationsgruppe

Gegen enttäuschende Admiraner gab es einen 3:0-Heimsieg. Auch Innsbruck und Altach gewinnen zum Auftakt.

von Alexander Huber

Diese Chance mussten die rund 100 Admira-Fans im Allianz Stadion nutzen: Weil der Block West in Hälfte eins fast leer blieb, sangen sie ihre Lieder und wurden erstmals in Hütteldorf länger gehört. Nach dem Sturz in die Qualifikationsgruppe war von der organisierten grünen Fanszene vorerst lediglich ein transparenter Protest („Nur wir haben es verdient, das Rapid-Trikot zu tragen“) anwesend.

So wie 2011 bei Steffen Hofmann und dem damaligen Stimmungsboykott wurde auch von Kapitän Stefan Schwab – zumindest vorerst – die „Block West“-Schleife zurückgefordert. Sei’s drum, Rapid besiegte die 2019 zuvor noch ungeschlagene Admira mit einer starken Leistung 3:0.

Fußball, SK Rapid Wien - Admira

Die Passivität der Rapid-Fans änderte nichts am viel zu passiven Auftritt der Admiraner. Nur brav wurde den Rapidlern hinterhergelaufen.  Müldür spielte wie im türkischen U-21-Team Innenverteidiger, weil Hofmann kränkelt. (Der gute) Auer rückte als einziger Neuer  in die Startelf.  Knasmüllner (8.) und Auer (11.) hatten die beiden ersten guten Chancen.

Als Schobesberger, der an vielen gefährlichen Szenen beteiligt war, für Grahovac auflegte, bekam auch  Leitner etwas zu tun (20.). Nach einem Schobesberger-Pass foulte Bauer Murg. Obwohl Schwab den Elfmeter gegen Hartberg souverän verwertet hatte, schnappte sich Pavlovic die Kugel – und knallte sie über die Latte (25.). Pfiffe hallten durch das Stadion.

Mit einer Balleroberung von Schwab gegen Toth wurde dann doch das 1:0 eingeleitet. Schobesberger spielte perfekt auf Christoph Knasmüllner, der einschob (38.). Der Ex-Admiraner verzichtete auf den Torjubel, während es erstmals lauter wurde.

In Hälfte zwei nahmen neben rund 3000 Rapidlern auch drei offensive Legionäre neu am Spiel teil: Badji, sowie auf der anderen Seite Bakis und Pusch. Der überragende Murg vergab in Minute 51 noch das 2:0, zwei Minuten später leitete er es ein. Badji spielte quer, Knasmüllner verfehlte, aber der mitgesprintete Philipp Schobesberger vollendete.

Rapid blieb äußerst dominant. Nach einer feinen Kombination vergab Knasmüllner die Vorentscheidung – Stange (58.). In Minute 68 hatte Schmidt die einzige gute Admira-Chance.

Eine Kombination vom eigenen Strafraum weg landete über Joker Ljubicic bei Aliou Badji, der gekonnt sein Premierentor erzielte – 3:0 (80.). Nach dem vierten Sieg gegen die Admira in Folge wartet am Mittwoch das Cup-Halbfinale beim LASK.

Innsbruck ist nicht mehr Letzter

Thomas Grumser hatte ernsthaft überlegt, ob er  überhaupt nach Hartberg reisen sollte. Die Tage vor dem Auftakt der Qualifikationsgruppe war der Innsbruck-Trainer von  Fieber und Schüttelfrost geplagt worden, eine stundenlange Autofahrt  ist in diesem Zustand normalerweise nicht gesundheitsfördernd.
Es würde nicht wundern, wenn Grumser fitter nach Tirol zurück gekehrt ist. Mit Sicherheit ist der neue Wacker-Coach aber sehr zufrieden aus  der Oststeiermark abgereist.  Die Innsbrucker haben nicht nur gleich im ersten Match das Tabellenende verlassen und die Rote Laterne an die Admira übergeben. Sie präsentierten sich in Hartberg auch stark verbessert und feierten daher den ersten Erfolg im Jahr 2019.

Vor allem im Offensivspiel, das zuletzt so gekrankt hatte – in sieben der letzten acht Partien hatte Innsbruck nicht getroffen - zeigten die Tiroler ungeahnte Qualitäten. Zum einen weil Wacker unter Grumser deutlich aggressiver und forscher ans Werg geht, zum anderen auch weil Hartberg  erstaunlich passiv  und fehlerhaft agierte. So kamen die Tiroler durch Satin (7.) und  Dedic (17.) einfach zu einer frühen Führung und hätten am Ende sogar einen Kantersieg einfahren können. Hartberg ist indes seit neun Partien sieglos.

Altach dreht Partie

Ein neuer Trainer soll Altach also von allen Abstiegssorgen befreien. Im ersten Spiel unter dem Niederländer Alex Pastoor agierten die Vorarlberger aber so gar nicht typisch niederländisch. Der 52-Jährige schickte sein Team in einer 4-4-2-Formation aufs Feld. Hohe Bälle sollten das Heilmittel sein. Und tatsächlich: nach eben solchen kamen gleich Gebauer und Berisha aus guten Positionen zum Torschuss.

Die Krux an der Geschichte: Aus so einem hohen Ball gingen dann die Gäste in Führung. Der Ex-Altacher Ortiz lupfte den Ball über die Abwehr der Gastgeber, Rene Renner nahm sich den Ball sehenswert mit der Brust mit und traf eiskalt zum 0:1 (26.). Noch schöner war der Ausgleich. Christian Gebauer nahm sich ein Herz, aus 18 Metern knallte er den Ball volley im hohen Bogen über Mattersburgs Goalie Kuster unter die Latte (40.). Ein Treffer, den sich die Gastgeber aufgrund ihrer Bemühungen verdient hatten.

Die Partie blieb nach Seitenwechsel offen. Grund zur Freude hatten zunächst wieder die Altacher, die ein Gastgeschenk dankbar annahmen. Ortiz umklammerte im Strafraum Altachs Zech, der sich freilich nicht wehrte und zu Boden ging. Den logischen Elfmeter verwandelte Mergim Berisha zum 2:1 (53.).

Keine Highlights mehr

Die Salzburg-Leihgabe im Trikot der Vorarlberger versuchte es später noch einmal, allerdings aus der eigenen Hälfte, nachdem Kuster zunächst weit vor seinem Tor gestanden war. Der Keeper konnte den Ball aber fangen.

Die Gäste blieben schließlich zu harmlos, um aus dem Ländle noch etwas mitzunehmen. Erstmals im Jahr 2019 mussten die Burgenländer damit eine Niederlage einstecken.