So optimistisch wie Klauß: Hoff Thorup über Rapid und den Bolla-Transfer
Rapid-Trainer Hoff Thorup
Wenn Spiele mit positiver Energie gewonnen werden könnten, hätte Rapid den Einzug ins Cup-Semifinale bereits gebucht.
Nach dem öffentlichen Auftritt von Johannes Hoff Thorup vor der Abreise nach Ried ist jedenfalls klarer, warum die Rapid-Spieler nach einem katastrophalen Spätherbst und dem Kennenlernen des neuen Übungsleiters vom Frühjahrsaufschwung überzeugt sind: Der Chefcoach präsentiert sich nach drei Wochen Trainingsarbeit als Fan seiner Kicker und fleischgewordener Optimismus.
So uneingeschränkt optimistisch präsentierte sich im schwierigen Rapid-Umfeld zuletzt Ex-Trainer Robert Klauß ("Und was ist, wenn wir gewinnen?") bei seiner Antritts-Pressekonferenz im November 2023.
Ob der Däne die Hütteldorfer lediglich starkredet und beim Aufsteiger gleich den ersten Realitätsschock erleiden wird, oder ob Rapid beim Debüt des 36-Jährigen wieder an den überragenden Sommer anknüpfen kann, wird sich im Viertelfinale am Samstag ab 17.30 Uhr zeigen.
"Mehr als bereit"
„Wir sind mehr als bereit“, sagt Hoff Thorup, der seit dem 5:2 im Geheim-Test gegen Mura erkennt, „wie unsere Ideen auch umgesetzt werden. Ab dem ersten Tag wurde sehr gut gearbeitet, in Ried wollen wir bereits Stärke zeigen in einem Entscheidungsspiel und bis Mai besser und besser werden.“
Sportchef Markus Katzer sagt: „Die Zeit war knapp, aber mittlerweile werden im Training gewisse Abläufe zur Selbstverständlichkeit.“
Hoff Thorup will, dass sein positiver Zugang selbstverständlich wird: „Wir wollen immer die Initiative, in jeder Situation daran denken: Wie können wir davon profitieren?“
Konter nach Standards?
Als unerwartetes Beispiel nennt der Däne die starken Rieder Standards: „Natürlich müssen wir diese sauber verteidigen. Aber es muss auch in den Kopf rein, wie wir aus ihren Standards selbst gefährlich werden können.“
Neu wird nicht nur das offensive 4-3-3-System sein.
Offensivgeist Weixelbraun, 22, startet erstmals in einem Pflichtspiel als Linksverteidiger. „Weixel kann mit seiner Technik auch unter Druck gut aufbauen, ich bin sehr zufrieden“, sagt Hoff Thorup, der auch von Sechser Ndzie positiv überrascht wurde: „Das Fitnesslevel ist gut.“
Zwei offene Positionen
Zwei Positionen sind offen: Ist Wurmbrand fit genug für einen Start als Flügelstürmer? Und beginnt als Mittelstürmer Kara (der auch bei den Standards helfen könnte) oder der im Herbst enttäuschende Antiste?
Katzer erwartet, dass gegen Ende der Transferzeit (6. Februar) eine Lösung mit Sassuolo bezüglich der Kaufpflicht des Franzosen erzielt werden kann.
Die Suche nach einem Leih-Ersatz für den schwer verletzten Mbuyi dürfte ebenfalls noch länger andauern: „Wir schließen nur etwas ab, wenn der Stürmer dann wirklich eine Verstärkung wäre.“
Erabi bekommt (noch) keine Freigabe
Jusef Erabi von Genk wäre so ein Fall gewesen, doch der Schwede bekommt aktuell keine Freigabe – weil die Belgier Stürmerkonkurrent Oh verkaufen dürften.
Bolla-Verkauf im Sommer
Teuer verkaufen könnte Rapid Bendeguz Bolla. Ferencvaros lockt den ungarischen Teamverteidiger mit Millionen.
Katzer blockt ab: „Wir brauchen Bolla. Aber für den Sommer ist alles denkbar.“
Laut KURIER-Informationen ist eine Verlängerung des 2027 auslaufenden Vertrags kaum möglich und deswegen ein Verkauf im Sommer wahrscheinlich.
Hoff Thorup setzt voll auf den Rechtsverteidiger: „Bendi geht jetzt nirgendwohin!"
Ob der teilweise nicht fokussiert wirkende Ungar zulegen wird? "Er will immer Chancen kreieren, unsere Spielidee kommt ihm entgegen. Bendi wird dadurch automatisch motivierter wirken."
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