Rapid-Krise: Aussprache mit Fanvertretern, Selbstkritik von Katzer
In der Kritik: Rapid-Sportchef Katzer (mit Geschäftsführer Hofmann)
Noch hat sich Johannes Hoff Thorup seinen Humor behalten. Auf die Frage, wie der Rapid-Trainer am Donnerstag seinen Geburtstag feiert, meinte der nun 37-Jährige: „Es wäre schlechtes Timing, jetzt den Spielern einen freien Tag zu schenken.“
Tatsächlich startete der Arbeitstag – nach kurzem telefonischen Gruß seiner Familie – früh im Trainingszentrum, als Abendbeschäftigung war das Programm ebenso klar: „So viele Matches vom WAC wie möglich anschauen und analysieren.“
Wurmbrand traf im Herbst gegen den WAC doppelt
Intensives Treffen
Zu angespannt ist die Lage vor dem Heimspiel gegen die Wolfsberger am Samstag, um Zeit zu verschenken.
Deswegen gab es laut KURIER-Informationen bereits eine lange Aussprache zum Derby-Eklat mit dem Präsidium, Geschäftsführer Steffen Hofmann und Vertretern von wichtigen Fanklubs aus dem „Block West“, der auch nicht bei allen Themen einer Meinung ist.
Von beiden Seiten wurde Klartext gesprochen. Dass Rapid zumindest für drei Jahre freiwillig auf Auswärtsfans beim Derby verzichtet, wird nicht die einzige Einschränkung für die Fans sein, die noch beschlossen wird. Klargestellt wurde auch, wie massiv dem Verein durch Ausschreitungen wie im Derby-Finish finanziell geschadet wird.
Neu war, dass das Präsidium für den sportlichen Absturz die Verantwortung übernahm und mit den derzeit gewonnenen Lehren Änderungen ankündigte.
Katzer ohne Angst
Sportchef Markus Katzer meint auf die Frage, ob er nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg Angst um seinen Job hätte: „Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt Angst hatte, und habe auch jetzt keine. Ich sehe es eher als Herausforderung, ich habe sehr viel gelernt.“
Sportchef unter Druck: Katzers Trainerwahl muss sitzen
„Nicht alles richtig gelaufen“
Zu seiner eigenen Transferpolitik im Sommer ist zusehends Selbstkritik zu hören: „Es ist sicher nicht alles richtig gelaufen.“
Zwei Aspekte der Kaderplanung, die bereits im Frühjahr 2025 ein Thema waren, sollen künftig stärker einfließen: Die Verfügbarkeit der Spieler – also mehr Augenmerk auf Verletzungsanfälligkeit – und die „Führungsqualität“.
Dass der Kader nach dem Abgang von Spielern wie Burgstaller, Querfeld, Grüll, Sangare oder Max Hofmann innerhalb eines Jahres in dieser Saison ein massives Defizit beim Thema „Führungsspieler und Mentalität“ aufweist, ist unübersehbar.
Katzer hofft auf die Wende durch den lang ersehnten Erfolg: „Mit Blick auf die Tabelle ist klar, dass wir einen Sieg benötigen.“
Hoff Thorup kann mit dem Comeback von Nosa Dahl als Joker „für einige Minuten“ rechnen.
Vor der ersten Verletzung des Flügelstürmers war Rapid Tabellenführer.
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