Bei Premiere in Estland: Rapid mühte sich lange beim Sieg gegen Paide
Rapid gewinnt auch das fünfte Pflichtspiel der Saison. Die Pflicht in Estland wurde spät aber doch erfüllt: Im Nationalstadion von Tallinn siegten die Hütteldorfer gegen Paide im Hinspiel der dritten Quali-Runde zur Conference League mit 4:1. Der Aufstieg ist damit de facto erledigt. Entscheidend waren drei Joker-Tore in der Rapid-Viertelstunde.
Sechs Umstellungen bei Rapid
Trainer Johannes Hoff Thorup hatte auf sechs Umstellungen und eine sehr offensive Aufstellung gesetzt. In einem 4-1-4-1 mit Matthias Seidl vor der Abwehr starteten mit Louis Schaub, Tobias Gulliksen und Marco Tilio noch drei weitere Spielmachertypen.
Bei den grün-weißen Dressen fiel ein Trauerflor auf: Ein Fan war bei der Anreise nach einem allergischen Schock verstorben, die Wiener fragten bei der UEFA kurzfristig an, um mit Armbinde einlaufen zu dürfen.
Am Flügel hatte Niki Wurmbrand den ersten Angriff, ein Handspiel bei der Flanke sah der VAR. Es gab Elfmeter und diesen verwertete Bendeguz Bolla souverän nach nur fünf Minuten.
Viel Ballbesitz, aber wenig Lösungen
Nach dem Führungstreffer sahen die 300 mitgereisten Anhänger bei angenehmen Temperaturen viel Ballbesitz, aber wenig Lösungen vom Favoriten. Nur selten wurde es gefährlich wie bei einem Weitschuss von Tonni Adamsen (22.).
Auf dem schlechten Rasen fehlte meist der Tiefgang. Als Jonas Auer flotter freigespielt wurde, folgte die Topchance: Marco Tilio übernahm am Fünfer direkt, drückte den Ball aber neben das Tor (34.). Ein Abschluss aus guter Position von Louis Schaub wurde geblockt (36.).
Das sollte sich rächen, weil Paide auf die Stärke bei Standardsituationen setzen kann: Nach einem Corner und einem Kopfball an die Latte glückte Daniel Luts der Abstauber zum unerwarteten 1:1 (41.).
Niki Hedl musste vor der Pause gar noch den Rückstand verhindern (43.).
In der zweiten Hälfte löste ein Wurmbrand-Solo die große Chance aus, doch der Versuch von Tobias Gulliksen wurde geblockt (53.). Paide spielte mutiger, deswegen war die Partie nicht mehr so einseitig.
Joker brachten die Wende
Mit vier frischen Rapidlern ging es ins Finish. Und nach einem Fehlpass war Yusuf Demir ganz allein. Doch der Schuss des Jokers wurde pariert (71.). Auch Hedl musste bei einem Konter über Sohna nochmals hingreifen (74.).
In der Rapid-Viertelstunde scheiterte Adamsen aus spitzem Winkel (79.). Nach einem Lochpass des Dänen rettete Jarju noch gegen Demir, doch gegen den nächsten heransprintenden Joker war der Goalie dann chancenlos: Moulaye Haidara lupfte das Spielgerät elegant über den Schlussmann und schob ein – 1:2 nach 83 Minuten.
Dahl jubelt über seinen Treffer.
Spät, aber doch war Paide vom vielen Hinterherlaufen platt. Wieder wirkte Demir mit, Bolla spielte den Querpass und Nosa Dahl schob ein. Somit war auch das 1:3 ein Jokertor (85.).
So wie das finale 1:4: Nach perfekter Vorlage von Adamsen konnte das eben 20 Jahre jung gewordene Talent Haidara den ersten Doppelpack bejubeln (93.).
Das Rückspiel findet bereits am Mittwoch ab 18 Uhr statt, davor wartet auf Rapid in Ried am Sonntag die bisher wohl sportlich höchste Hürde der Saison.
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