Sport | Fußball
17.01.2012

Rapid - Dietmar Hoschers Leidenschaft

Der Kuratoriumsvorsitzende und Präsident des Legendenklubs ist ein wichtiger Vertrauter von Präsident Edlinger.

Ob beim legendären Europacup-Aufstieg mit dem 3:2 bei Aston Villa, oder bei null Grad in Hütteldorf beim ersten Test gegen den Sportklub Dietmar Hoscher ist auf der Tribüne immer dabei, wenn Rapid spielt.

Der 49-Jährige ist der Kuratoriumsvorsitzende, Präsident des Legendenklubs und zählt zu den wichtigsten Vertrauten von Präsident Rudolf Edlinger. In der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde Hoscher bisher eher als Musikexperte. Der künstlerische Leiter von "Vienna Blues Spring", dem längsten Bluesfestival der Welt, schreibt für Fachzeitschriften und Bücher über seine Lieblingsmusikrichtung, die ihn auch mit Hans Krankl verbindet.

Hat die öffentliche Zurückhaltung, wenn es um seine zweite Leidenschaft geht, etwa mit Hoschers Hauptberuf zu tun? Immerhin ist der Casino-Vorstand Aufsichtsratsvorsitzender von tipp3, dem Bundesliga-Hauptsponsor. "Da gibt es keinen Interessenskonflikt. Meine Leidenschaft für Rapid ist privater Ausgleich zum Job. Das geschäftliche Engagement für alle Bundesliga-Anliegen kann ich davon trennen", meint Hoscher, der die operative Leitung bei der Casinos-Tochter an Philip Newald übergeben hat.

Edlingers Erbe

So wie Edlinger war Hoscher in Jugendtagen als harter Verteidiger gefürchtet. So wie sein Ex-Chef im Finanzministerium steht Hoscher auch jetzt dafür, dass es keinen Ausverkauf an Investoren geben darf. Ein Angebot von Stronach, bevor dieser bei der Austria eingestiegen ist, wurde abgelehnt: "Wir wollten eigenständig bleiben. Außerdem muss der sponsorfreie Name sakrosankt bleiben." Bei den Kuratoriumssitzungen, "die jedes Mal mindestens drei Stunden dauern", wird auch mit den Nachwuchs-Leitern diskutiert: "Rapid muss das Ziel haben, immer um den Titel mitzuspielen. Das ist nur über den Weg der Jugend mit ‚Pro Rapid‘ zu finanzieren."

Keine Zukunft hatte das Projekt "Hoscher als Ligapräsident". Bevor 2009 Hans Rinner gewählt wurde, lästerte Ex-Kärnten-Präsident Canori: "Hoscher ist ein Grüner, ein Wiener und auch noch politisch rot – das ist zu viel." Hoscher meint: "Zu allem davon stehe ich. Also hab’ ich die Bewerbung wieder zurückgezogen."

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