Urteil für Rapid nach Derby-Eklat: 3 Topspiele ohne Fanblock und Geldstrafe

Rapid muss wie erwartet drei Topspiele ohne Fanblock bestreiten. Zusätzlich sind für den Eklat 100.000 Euro zu bezahlen. Eine Strafe wurde von Rapid vorweggenommen.
Rapid-Fans sorgten für Ausschreitungen

Am Montag wurde lange getagt, aber noch kein Urteil gesprochen.

Am Dienstag war es dann soweit: Der Strafsenat kam neuerlich zusammen, um Rapid nach den Derby-Ausschreitungen beim 0:2 bei der Austria zu verurteilen.

Einen Teil der Strafe hat Rapid durch den Verzicht auf Gästefans beim Derby für mindestens drei Jahre bereits vorweggenommen - das ist nun auch amtlich, also bis 2029 fixiert.

Das Urteil im Wortlaut: 

  • Widerruf der bedingten Strafe vom Urteil vom 1. Oktober 2024, wodurch der SK Rapid bei den kommenden drei Heimspielen gegen FK Austria Wien, FC Red Bull Salzburg, SK Puntigamer Sturm Graz oder LASK die Heimfansektoren (Sektoren 15 – 18) und aus Sicherheitsgründen auch die neben dem Gästesektor befindlichen Sektoren 4 und 5 sperren muss. Es darf kein alternativer Heimfansektor gebildet werden und der Gästefansektor auch nicht für Heimfans genutzt werden.
  • Es wird eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro ausgesprochen.
  • Zudem wird als verpflichtende Sicherheitsmaßnahme festgelegt, dass für die nächsten drei Jahre ab verbandsinterner Rechtskraft keine Gästefans bei Wiener Derbys in der Generali Arena zugelassen sind. Diese Maßnahme gilt auch für Spiele des SK Rapid II.
Eklat beim Derby durch Rapid-"Fans"

Eklat beim Derby durch Rapid-"Fans"

Urteilsbegründung des Senat 1:

„Beim letzten Derby wurde durch die missbräuchliche Verwendung von Pyrotechnik und das Werfen von pyrotechnischen Gegenständen aus dem Gästesektor auf das Spielfeld und in andere Sektoren die Gesundheit der Zuschauer im Stadion und der Aktiven am Spielfeld gefährdet. Zudem führten die Vorfälle zu einer minutenlangen Spielunterbrechung. Aufgrund der Schwere dieser Vorfälle war in einem ersten Schritt die bedingte Strafe vom Urteil vom 1. Oktober 2024 zu widerrufen. 

Der proaktive freiwillige Verzicht des SK Rapid auf Gästefans bei Wiener Derbys ist nach Ansicht des Senat 1 ein richtiger Schritt. Ergänzend wird daher auch als verpflichtende Sicherheitsmaßnahme vom Senat 1 festgehalten, dass für die nächsten drei Jahre ab verbandsinterner Rechtskraft keine Gästefans bei Wiener Derbys in der Generali Arena zugelassen sind. Der SK Rapid darf damit in den jeweiligen Auswärtsderbys das Kartenkontingent für den Gästesektor nicht in Anspruch nehmen. 

Zudem wird eine Geldstrafe von 100.000 Euro verhängt. Festzuhalten ist, dass von der Ausschöpfung der maximalen Geldstrafe (bis 150.000 Euro) abgesehen werden konnte, da neben der medialen Verurteilung der Vorfälle sowie dem unmittelbaren und freiwilligen Verzicht von Gästefans bei Wiener Derbys die Verantwortlichen des SK Rapid zusätzlich auch im Rahmen des Verfahrens glaubhaft dargelegt haben, weitere wichtige Maßnahmen zu ergreifen, um derartige Vorfälle zukünftig bestmöglich zu verhindern.“

Die Hütteldorfer nehmen das Urteil an: "Da die Bewährung der nun verhängten Heimfansektor-Sperre aufgrund des offensichtlichen Fehlverhaltens, das der SK Rapid bereits unmittelbar danach auf das Schärfste verurteilte, einiger Personen im Gästesektor widerrufen wurde, sind diese Beschlüsse zur Kenntnis zu nehmen und wird kein Protest angemeldet."

Vom Verein heißt es: "Der SK Rapid bedauert, dass durch das Fehlverhalten einzelner Personen dem Klub nicht nur ein signifikanter wirtschaftlicher Schaden entsteht, sondern nun auch viele Fans, die sich stets korrekt verhalten haben, aufgrund der Sektorsperren von den Konsequenzen betroffen sind.  Zudem wird der SK Rapid weiter eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten und jede Unterstützung leisten, um zur Identifizierung jener Personen, die Böller und Leuchtraketen abgefeuert haben, beizutragen."

Strafe gegen Salzburg wirksam

Da das Urteil angenommen wird, gibt es auch keine Verzögerung der Sanktionen. Rapid muss bereits gegen Salzburg - dem wohl entscheidenden Spiel um den Einzug in die Meistergruppe den "Block West" leer lassen und dafür Sorge tragen, dass auch kein "alternativer Fansektor" gebildet wird.

Die Stimmung könnte gegen den Tabellenführer somit ähnlich verhalten wie gegen den WAC ausfallen.

Andererseits: Nach fast vier Monaten ohne Heimsieg wurden die Kärntner in einem ungewöhnlich stillen Allianz Stadion besiegt.

Sollte Rapid die Meistergruppe verpassen, würden "übrig gebliebene" Topspiele in der kommenden Saison mit der Strafe des leeren Block West belegt werden.

Geldstrafe für Austria 

Auch die Austria wird bestraft:

  • Geldstrafe in der Höhe von 48.400 Euro wegen nicht genehmigter Verwendung von Pyrotechnik.

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