Sport | Fußball
02.12.2018

Rapid darf nach Lucky Punch in Innsbruck weiter hoffen

Der späte Sieg gegen Wacker bringt die Hütteldorfer wieder in Schlagdistanz zur Meisterrunde.

Rapid hat die Hoffnung auf eine Teilnahme an der Meisterrunde der Fußball-Bundesliga am Leben erhalten. Die Hütteldorfer feierten am Sonntag dank eines Treffers des eingewechselten Veton Berisha in der 92. Minute einen 1:0-Auswärtssieg gegen Wacker Innsbruck und liegt damit nur noch drei Punkte hinter dem maßgeblichen sechsten Platz.

Dabei ließ der Auftritt am Tivoli lange Zeit wenig Gutes für Rapid erwarten. Die Wiener präsentierten sich gegen einen tiefstehenden Gegner ideenlos, der Europa-League-Sieg am Donnerstag bei Spartak Moskau (2:1) schien weniger einen Schub an Selbstvertrauen, sondern eher müde Beine zu bewirken.

Ohne den angeschlagenen Philipp Schobesberger kamen die Wiener vor der Pause nur zu einer nennenswerten Chance. In der 29. Minute köpfelte Stefan Schwab nach Corner von Thomas Murg ans Lattenkreuz, den Nachschuss setzte der Kapitän knapp neben das Tor.

Joker Berisha sticht

Wacker verzeichnete in der 24. Minute die erste Gelegenheit, als Richard Strebinger einen Kopfball von Matthias Maak aus dem Eck fischte. In der 40. Minute, kurz nach dem verletzungsbedingten Austausch von Rapid-Linksverteidiger Marvin Potzmann, donnerte Ilkay Durmus den Ball aus zehn Metern weit über die Latte.

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie an Fahrt auf. Beide Teams schalteten auf Offensive, es entstanden mehr Räume und dadurch auch mehr Torszenen. In der 54. Minute scheiterte Murg nach Vorarbeit von Mert Müldür und Andrei Ivan am Tiroler Schlussmann Christopher Knett, danach folgten einige gefährliche Konter der Gastgeber, wobei den Abschlüssen von Durmus (65.), Bryan Henning (66.) und Albert Vallci (73.) die Präzision fehlte.

Rapid antwortete mit einem Stanglpass von Müldür, der von Maak beinahe ins eigene Tor befördert worden wäre (78.), und einem knappen Fehlschuss von Schwab (79.). In der 92. Minute gelang dann doch noch der Lucky Punch: Über Schwab und Boli Bolingoli kam der Ball zu "Joker" Berisha, der Knett keine Chance ließ. Damit holten die Grün-Weißen nach drei Runden wieder einen Liga-Sieg und schafften in dieser Meisterschaftssaison den zweiten Auswärtssieg, den ersten seit der Auftaktrunde im Juli (3:0 bei der Admira).

Berisha: "Der Sieg war unverdient"

Dietmar Kühbauer (Trainer Rapid): "Wir nehmen den Sieg gerne mit. Es spricht für die Mannschaft, dass sie nie aufgegeben und noch das Tor gemacht hat. Durch den Sieg bleiben wir drinnen im Konzert. Wir haben nicht schlecht begonnen, aber dann haben wir die Bälle nicht gut in die letzte Zone gebracht. In der zweiten Hälfte war es offen, mit dem besseren Ende für uns. Ich wollte eigentlich Alar statt Berisha eintauschen, dann habe ich aber gesagt, wir brauchen Tiefgang und ich habe Berisha gebracht. Das war eine gute Entscheidung. Dieser Sieg gibt uns Berge."

Veton Berisha (Rapid-Torschütze): "Das Tor tut richtig gut. Man kann auch sagen, der Sieg war unverdient, aber wir nehmen die drei Punkte gerne mit. Wir haben nicht gut gespielt und vor allem im letzten Drittel zu viele Fehlpässe gemacht. Unser großes Ziel ist es, in die Top sechs zu kommen."