Tor-Spektakel in der Champions League: PSG besiegt Bayern München

In Paris war das vorweggenommene Finale und eine Partie für die Geschichtsbücher zu sehen. Am Ende siegt PSG in einem Offensivspektakel mit 5:4 gegen die Bayern.
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Wird es so spektakulär werden wie der Viertelfinal-Klassiker Bayern – Real? Und könnte das vorweggenommene Finale der Champions League zu sehen sein? Beide Fragen sind nach dem Semifinal-Hinspiel in Paris kurz zu beantworten: Ja!

Der gesperrte Bayern-Coach Vincent Kompany sah auf der Tribüne eines der spektakulärsten Spiele der Fußballgeschichte. Titelverteidiger PSG besiegt den FC Bayern mit 5:4 (3:2), das Rückspiel in München darf bereits mit großer Vorfreude erwartet werden.

Während PSG in Bestbesetzung loslegen konnte, mussten die Gäste Gnabry, Karl und Guerreiro verletzt vorgeben. Überraschend kam die Nominierung des wieder fitten Davies. Der offensive Linksverteidiger verdrängte Dauerläufer Konrad Laimer. In der 15. Minute folgte auf die erste PSG-Chance ein direkter Konter, der mit einem Elfmeter für die Bayern endete. Harry Kane behielt wie üblich die Nerven und traf zum 0:1.

PSG dreht Spiel nach Rückstand

Fünf Minuten später hatte Olise das 0:2 auf dem Fuß. Sollte in diesem Hochgeschwindigkeits-Spektakel jemand den Eindruck gehabt haben, dass Paris an seine Grenzen stößt, war das wieder schnell vorbei: Dembele vergab einen Hunderter, Khvicha Kvaratskhelia machte es beim nächsten Angriff besser, tanzte Stanisic aus und traf ins lange Eck (24.).

In seinem Heimatland war vor allem Olise aufgedreht, ein Solo brachte beim PSG-Rettungsversuch einen Schuss an die eigene Stange (32.). Wieder wurde es im direkten Konter gefährlich, es gab einen Eckball und eine kleine Überraschung: Dembele suchte ausgerechnet Joao Neves, nur 174 cm groß, der Portugiese war dem wieder fitten Musiala entwischt und köpfelte ein (33.). Jetzt mussten die Bayern nachlegen – und taten das natürlich über Michael Olise. Ausnahmsweise im Zentrum zog der Flügel ab und stellte auf 2:2 nach 41 Minuten. Das war noch immer nicht alles, weil der VAR ein Davies-Handspiel entdeckte. Ousmane Dembele verwertete den Strafstoß ins Eck – 3:2.

Bayern kommen nochmal zurück

In der zweiten Hälfte ersetzte Laimer dann Davies und ersprintete sich eine Chance – knapp vorbei. Erneut ging es rasant aufs andere Ende des Feldes, Kvaratskhelia war aus dem Rückraum herangerauscht und traf ins Eck  (56.). Erstmals gab es zwei Tore Abstand, aber nur kurz. Die Bayern wurden noch offensiver und PSG nutzte die Räume. Dembele zeigte, warum er zum Weltfußballer gewählt wurde und traf via Stange zum 5:2 (58.).

Während der Prinzenpark tobte, blieben die Bayern ruhig. Einen Freistoß nutzte der nächste Bayern-Franzose zum 5:3: Dayot Upamecano war mit der Stirn dran (65.). Einen unglaublichen Treffer von Luis Diaz rettete der VAR – doch kein Abseits, sondern 5:4 nach 68 Minuten. 

Neun Tore in 70 Minuten – was nach naivem Kinderfußball klingt, war tatsächlich ein Schauspiel mit bedingungslosem Offensivgeist. Kompany-Assistent Aaron Danks sah im Finish, wie seine Bayern stärker wirkten. Aber als Senny Mayulu ans Lattenkreuz knallte, war sogar das 6:4 nahe (87.). In letzter Sekunde verfehlte Kimmich das 5:5.

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