Prohaska kritisiert Abstellungsver­wei­ge­rer

Prohaska kritisiert, dass viele Vereine keine Spieler für die bevorstehende U20-WM in Kolumbien abstellen.
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Der ehemaliger ÖFB-Teamchef Prohaska forderte ein Abstellungs-Muss durch die FIFA.

Vertreter der Ersten Liga haben wenige Tage vor dem Saison-Auftakt jene Vereine hart kritisiert, die Spieler für die bevorstehende U20-WM in Kolumbien (29. Juli bis 20. August) nicht abstellen. Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundert-Fußballer und der Schirmherr der zweithöchsten Spielklasse, nahm da vor allem Red Bull Salzburg ins Visier und bezeichnete das Verhalten des Vizemeisters wörtlich als "Witz".

"Die Salzburger haben einen 30-Mann-Kader, natürlich haben sie den Titel und den Europacup im Auge, aber da werden ihnen Martin Hinteregger und Georg Teigl nicht abgehen. Wenn die zwei drei, vier Wochen fehlen und sie nicht Meister werden, können sie zusperren", war der Wiener ganz offen. "Die Salzburger erklären, sie fahren die junge Schiene und holen dann vier Ausländer. Ich hoffe, ich irre mich, aber Hinteregger und Teigl werden nicht oft spielen."

Prohaska hätte U20-WM früher stattfinden lassen

Auch er wäre als junger Bursch gerne zu einer Nachwuchs-WM gefahren, aber leider seien seine Jahrgänge nicht gut genug für eine Qualifikation gewesen. In Südamerika werde auf hohem Niveau gespielt. "Vor allem Teigl braucht Spielpraxis, die er aber in Salzburg nicht bekommen wird", glaubt der 55-Jährige, dem die Haltung von Sportdirektor Heinz Hochhauser vor allem deshalb unverständlich ist, weil dieser früher jahrelang für den ÖFB als Koordinator im Nachwuchsbereich gearbeitet hat.

Prohaska, ein ehemaliger ÖFB-Teamchef, forderte in Bezug auf die Probleme wie für A-Nationalteams ein Abstellungs-Muss durch die FIFA. Außerdem plädierte er dafür, dass die derzeit in Mexiko stattfindende U17-WM besser später gespielt werden sollte und stattdessen die U20-Weltmeisterschaft vorgezogen hätte werden müssen. Spieler in jüngerem Alter würden nicht nur in Österreich in den Profi-Clubs noch nicht so oft zum Einsatz kommen wie U20-Akteure.

Garger: "Salzburg kein österreichischer Verein"

Prohaska stand mit seiner Kritik im Haas-Haus in der City nicht alleine da. Martin Scherb, der Trainer von SKN St. Pölten, brachte den Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) ins Spiel, ohne aber die "Bullen" namentlich zu nennen. "Der ÖFB ist gefordert, er investiert viel Geld in die Individual-Trainer und sollte ein Zeichen setzen", forderte Scherb, dessen Kollege Kurt Garger ebenfalls Kritik Richtung Westen übte. "Für mich ist Salzburg kein österreichischer Verein", erklärte der neue Coach des TSV Hartberg.

Es sei aber müßig, eine Diskussion über Abstellungen zu führen. Selbstverständlich seien Spieler abzustellen, meinte Garger weiters. "Man sollte außerdem vor der eigenen Türe kehren und nicht auf den FC Bayer und FC Basel schauen." Diese Clubs haben David Alaba beziehungsweise Aleksandar Dragovic die Reise nach Kolumbien nicht erlaubt.

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(APA / hw) Erstellt am
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