Jubeltraube in Grün-Weiß: Rapid beherrschte in Georgien Ball und Gegner.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Rapid erneut in Europa-League-Gruppenphase
08/29/2013

Rapid erneut in Europa-League-Gruppenphase

Die Hütteldorfer gewinnen in Georgien gegen Dila Gori mit 3:0.

von Alexander Huber

46 Minuten lang war das Nervenflattern zu spüren. Bis der Jüngste auf dem Feld wieder einmal bewies, dass er wie ein alter Hase spielt. Louis Schaub traf nach Hofmann-Pass mit der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff zum 1:0 und sorgte dafür, dass auch im Westen Wiens über den Einzug in eine Gruppenphase gejubelt werden darf.

Es war das vierte Europacup-Tor des 18-Jährigen in Folge. Es sollte Gold wert sein und das Budget dieser Saison doch noch ausfinanzieren. „Jetzt ist ein riesiger Rucksack weg, und wir können mit den jungen Burschen etwas aufbauen“, jubelt Trainer Zoran Barisic.

Die Hürde Dila Gori ist genommen, das Happel-Stadion wird wieder gut gefüllt sein, heute Mittag werden die Gegner aus den Töpfen 1, 2 und 4 zugelost.

Geschmacklos

Dabei hatten die im Grunde biederen Georgier alles mobilisiert, im Meskhi-Stadion herrschte Länderspiel-Atmosphäre. Es ging hitzig zu.

Dafür hatte auch eine Geschmacklosigkeit gesorgt: Eine georgische Sportzeitung machte mit einer Fotomontage auf. Zu sehen war der in Gori geborene Diktator Josef Stalin, mit dem Dila-Logo auf dem Anzug. Hinter dem groß gehaltenen Stalin lugte in klein noch ein Diktator hervor: Adolf Hitler, mit dem Rapid-Logo auf der Brust.

Ganz Tiflis schien die Defensivkünstler aus Gori am Abend nach vorne schreien zu wollen. Rapid antwortete nicht immer souverän. Der starke Novota hielt gegen Dolidze die Null fest (32.).

Sabitzer allein vor Revishvili (21.), Hofmann (37.) und Burgstaller, dem das Lattenkreuz im Weg stand (42.), hätten für Entspannung sorgen können. Als die Welle durchs Stadion schwappte, kam dann der große Auftritt von Schaub. „Meine Europacup-Serie ist nur Zufall“, bleibt Schaub bescheiden.

Nur Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte hätte es noch einmal spannend werden können: Dolidze prüfte Novota. Das war’s.

Dila Gori wollte anstürmen, konnte es aber nicht. Sabitzer benötigte drei klare Chancen in zehn Minuten, um den Aufstieg zu fixieren. Ausgerechnet den schwersten Ball, wieder nach Hofmann-Pass, versenkte er zum 2:0 nach 63 Minuten.

Mehrere Tausend, eben noch euphorische Zuschauer gingen. Die 350 mitgereisten Rapidler übernahmen das Kommando, feierten den vierten Einzug in die Gruppenphase in fünf Jahren und das 3:0 durch Brian Behrendt nach einem tollen Solo (91.).

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC DILA GORI - SK RAPID WI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC DILA GORI - SK RAPID WI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC DILA GORI - SK RAPID WI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC DILA GORI - SK RAPID WI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC DILA GORI - SK RAPID WI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: SCHALGIRIS VILNIUS - RED B

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: SCHALGIRIS VILNIUS - RED B

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: SCHALGIRIS VILNIUS - RED B

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: SCHALGIRIS VILNIUS - RED B

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FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC PASCHING - ESTORIL PRAI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC PASCHING - ESTORIL PRAI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC PASCHING - ESTORIL PRAI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC PASCHING - ESTORIL PRAI

FUSSBALL EUROPA LEAGUE: FC PASCHING - ESTORIL PRAI

FC Dila Gori - SK Rapid Wien 0:3 (0:1)

Tiflis, Micheil-Meschi-Stadion, 24.000, SR Pavel Cristian Balaj (ROM)

Tore: 0:1 (45.+1) Schaub 0:2 (63.) Sabitzer 0:3 (90.) BehrendtDila Gori: Revishvili - Gongadze, Kobakhidze, Khizaneishvili, Tomashvili (59. Kvakhadze), Guruli (46. Gorelishvili) - Gvalia, Bolkvadze, Maisuradze (46. Modebadze) - Dolidze, Iluridze

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Dibon, Schrammel - Petsos, Pichler - Schaub (67. Grozurek), Hofmann (81. Behrendt), Burgstaller (75. Palla) - Sabitzer

Gelbe Karten: Revishvili, Gongadze, Tomashvili, Kobakhidze, Modebadze, Gorelishvili bzw. Dibon, Novota

Hinspiel 0:1 - Rapid mit dem Gesamtscore von 4:0 in der Europa-League-Gruppenphase (Auslosung am Freitag um 12.45 Uhr in Nyon).

Hofmann: "Sind verdient aufgestiegen"

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft den Aufstieg in die Gruppenphase geschafft. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, deswegen geht der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung. Der entscheidende Faktor war der Führungstreffer vor der Pause. Dadurch musste Dila voll auf Offensive umschalten und wir hatten mehr Räume, die wir nutzen konnten."

Louis Schaub (Rapid-Torschütze): "Am Anfang hatten wir Probleme, da war das Stadion ein echter Hexenkessel. Aber dann sind wir besser ins Spiel gekommen und haben verdient gewonnen. Dass ich im Europacup so oft treffe, ist einfach nur Zufall."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Louis hat in der Qualifikation den Job von Deni Alar vom letzten Jahr übernommen. Es ist super für einen jungen Spieler. Als Mannschaft haben wir ein gutes Spiel gemacht und sind auch verdient aufgestiegen."

Giorgi Devdariani (Dila-Gori-Trainer): "Ich habe schon auf einen Sieg gehofft, aber Rapid war besser. Es hat für uns einfach nicht gereicht."

Vor dem Spiel hatte eine georgische Sportzeitung im Lager von Rapid für Kopfschütteln gesorgt. Das Blatt brachte am Donnerstag auf der Titelseite und im Inneren eine Zeichnung des in Gori geborenen Ex-Sowjet-Diktators Josef Stalin mit dem Wappen von Dila Gori auf der Brust. Dahinter lugte Adolf Hitler mit dem Rapid-Logo auf der Brust hervor.

Play-off

Dynamo Kiew (Dragovic spielte durch und sah Gelb) - FK Aktobe (KAZ) 5:1 (3:1) Hinspiel: 3:2. Kiew mit Gesamtscore von 8:3 in Gruppenphase.

VfB Stuttgart (Harnik bis zur 56.) - HNK Rijeka 2:2 (1:1) Hinspiel 1:2. Rijeka mit Gesamtscore von 4:3 in Gruppenphase.

Rubin Kasan (RUS) - Molde FK (NOR) 3:0 (1:0) Hinspiel: 2:0. Kasan mit Gesamtscore von 5:0 in Gruppenphase.

Spartak Moskau - FC St. Gallen 2:4 (1:3) Hinspiel 1:1. St. Gallen mit Gesamtscore von 5:3 in Gruppenphase.

FC Nordsjaelland (DEN) - IF Elfsborg Boras (SWE) 0:1 (0:0) Hinspiel 1:1. Elfsborg mit Gesamtscore von 2:1 in Gruppenphase.

Astra Giurgiu (ROM) - Maccabi Haifa 1:1 (1:1) Hinspiel 0:2. Maccabi Haifa mit Gesamtscore von 3:1 in Gruppenphase.

APOEL Nikosia - Zulte Waregem 1:2 (0:1) Hinspiel 1:1. Zulte Waregem mit Gesamtscore von 3:2 weiter.

AZ Alkmaar - Atromitos Athen 0:2 (0:0) Hinspiel 3:1 - Alkmaar mit Gesamtscore von 3:3 aufgrund der Auswärtstorregel weiterAnm.: Die Partie war am Donnerstag beim Stand von 0:1 (0:0) in der 60. Minute nach einem Brand im Stadion samt Flutlichtausfall abgebrochen worden und wurde nun zu Ende gespielt.

St. Etienne - Esbjerg (DEN) 0:1 (0:0) Hinspiel 3:4. Esbjerg mit Gesamtscore von 5:3 weiter.

Sheriff Tiraspol - Vojvodina Novi Sad 2:1 (0:0) Hinspiel 1:1. Tiraspol mit Gesamtscore von 3:2 weiter.

Slovan Liberec - Udinese 1:1 (1:1) Hinspiel 3:1. Liberec mit Gesamtscore von 4:2 weiter.

Trabzonspor (Janko nicht im Kader) - FK Kukesi (ALB) 3:1 (1:1) Hinspiel 2:0. Trabzonspor mit Gesamtscore von 5:1 weiter.

Besiktas Istanbul (Kavlak spielte durch) - Tromsö IL 2:0 (0:0) Hinspiel 1:2. Besiktas mit Gesamtscore von 3:2 vorbehaltlich der Entscheidung des CAS am Freitag weiter.

Petrolul Ploiesti (ROM) - Swansea City 2:1 (0:0) Hinspiel 1:5. Swansea mit Gesamtscore von 6:3 weiter.

Slask Wroclaw - FC Sevilla 0:5 (0:2) Hinspiel 1:4. Sevilla mit Gesamtscore von 9:1 weiter.

Skenderbeu Korca (ALB) - Tschernomorez Odessa (Berger spielte durch) 1:0 n.V. (1:0, 1:0), 6:7 i.E. Hinspiel 0:1. Odessa nach Elfmeterschießen weiter.

ACF Fiorentina - Grasshoppers Zürich 0:1 (0:1) Hinspiel 2:1. Fiorentina dank Auswärtstorregel weiter.

Feyenoord Rotterdam - Kuban Krasnodar (RUS) 1:2 (1:1) Hinspiel 0:1. Krasnodar mit Gesamtscore von 3:1 weiter.

Tottenham Hotspur - Dinamo Tiflis 3:0 (2:0) Hinspiel 5:0. Tottenham mit Gesamtscore von 8:0 weiter.

Die Bullen lassen nichts mehr anbrennen

Die Salzburger mussten also gestern doch das Play-off-Rückspiel in der litauischen Hauptstadt Vilnius austragen. Denn die UEFA-Dringlichkeitskommission hatte am Nachmittag nicht Österreichs Vizemeister den Platz in der Europa-League-Gruppenphase von Fenerbahçe zugesprochen. Es wurde eine andere, durchaus bizarre Entscheidung getroffen. Das Los wird heute um 9 Uhr entscheiden, wer statt des aus dem Europacup ausgeschlossenen Salzburger Champions-League-Bezwingers mitspielen darf. Im Topf werden jene Teams sein, die gestern im Europa-League-Play-off ausgeschieden sind.

Darunter wird auch Schalgiris sein. Denn Litauens Meister war auch im gestrigen Play-off-Rückspiel im mit 5500 Fans vollen LFF-Stadion in Vilnius nicht mehr als ein Sparringpartner für die Salzburger, die ja auch schon das Hinspiel vor einer Woche locker 5:0 gewonnen hatten. Zufrieden waren auch die Schalgiris-Fans mit dieser Entscheidung offenbar nicht. Vor dem Spiel musste ein „Fuck-UEFA“-Banner abgenommen werden,

Von der ersten Minute an waren die Salzburger Stammgäste in der Hälfte von Schalgiris. Und wieder zeigte sich, was sich in den letzten Wochen schon gezeigt hatte: Die Spieler des österreichischen Tabellenführers sind Meister der Ineffizienz. Wieder wurden zahlreiche Chancen herausgespielt, wieder wurden diese vergeben. Bis zur 60. Minute, als Kampl alleine vor Schalgiris-Keeper Vitkauskas auftauchte und zum 1:0 einschoss. Dabei blieb es nicht: Meilinger erhöhte auf 2:0 (72.). Dabei blieb es dann aber.

Salzburg erreichte also mit einem Gesamtscore von 7:0 sportlich die Europa-League-Gruppenphase und ist zum vierten Mal seit 2009 in Europas zweiter Liga. Erledigt ist die Causa Fenerbahçe für Red Bull aber deshalb noch nicht. Eine Schadenersatzklage gegen die UEFA wird vorbereitet.

In Bulgarien wollen die Gerüchte nicht verstummen, dass die Salzburger Flügelspieler Todor Nedelev von Botew Plowdiw kaufen werden, obwohl gerade diese Position mehrfach besetzt ist und Red-Bull-Sportchef Ralf Rangnick in den letzten Wochen mehrmals ausgeschlossen, dass noch ein neuer Spieler geholt wird. Der 20-Jährige will sogar Anfang dieser Woche zu medizinischen Tests in Salzburg gewesen sein, die Salzburger wollten dies dem KURIER allerdings nicht bestätigen.

Pasching verliert auch das Heimspiel

Für den Regionalligisten Pasching ist das "Abenteuer" Europacup nach dem Play-off zur Europa League aller Voraussicht nach zu Ende. Die Oberösterreicher verloren am Donnerstagabend, nach dem 0:2 in Portugal, auch das Rückspiel gegen Estoril im Linzer Stadion mit 1:2 (0:1) und sind somit aus sportlicher Sicht aus dem Bewerb ausgeschieden. Der ÖFB-Cupsieger hat allerdings noch die Chance, als "Lucky Loser" in die Gruppenphase hineinzurutschen.

Die schwach in die Regionalliga gestarteten Oberösterreicher lieferten vor der Pause eine starke Vorstellung ab, hatten in der Anfangsphase mehr als 70 Prozent Ballbesitz, ließen allerdings im Abschluss die nötige Effizienz vermissen. Stefan Petrovic zog aus seitlicher Position alleine auf Estoril-Goalie Vagner zu, schoss allerdings am langen Eck vorbei (5.). Zudem ließ Davorin Kablar eine Kopfballchance ungenützt (12.).

Die nicht in Bestbesetzung angetretenen Portugiesen machten wenig fürs Spiel, gingen aus dem Nichts aber trotzdem in Führung. Nach einem kurz abgespielten Freistoß traf Luis Leal durch die Mauer der Paschinger zum 0:1 (21.). Das war zugleich die einzige nennenswerte Aktion der Gäste vor der Pause. Die Baumgartner-Elf war einem Torerfolg, bei einem Perchtold-Abschluss ins Außennetz (28.) sowie einem gehaltenen Sobkova-Freistoß (35.), näher.

Nach dem Seitenwechsel machten sich die Paschinger selbst mit einem Gastgeschenk die letzten Aufstiegshoffnungen zunichte. Leal sprintete in eine missglückte Kablar-Rückgabe und vollendete souverän zum 0:2 (52.). Aufgegeben wurde aber trotzdem nicht, und dank eines Traumtreffers von Sobkova wurde zumindest die Chance auf einen Teilerfolg am Leben gehalten. Der Mittelfeldspieler zog in Manier eines Lionel Messi oder Arjen Robben von der Seite nach innen und traf via Innenstange (57.). Mit dem durchaus leistungsgerechten Unentschieden wurde es aber nichts mehr, da Casanova (81.), Perchtold (89.) und Mössner (90.) ihre Chancen auf das 2:2 ausließen.

Die Paschinger können sich damit wieder voll und ganz auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren, da geht es in der Regionalliga Mitte am Sonntag im Waldstadion gegen Vöcklamarkt. Eine kleine Chance hatten die Oberösterreicher aber noch auf einen Verbleib in der Europa League. Die UEFA entschloss sich nämlich dazu, den durch den Ausschluss von Fenerbahce Istanbul vakant gewordenen Platz in der Europa League per Los am Freitag an einen der Play-off-Verlierer zu vergeben.

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