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Sport | Fußball
12/11/2018

Platz 8 in der Tabelle für Rapid kann kein Zufall mehr sein

Vor der Bundesliga-Winterpause: Den Wiener Klubs droht eine Blamage. Die Gründe für das Rapid-Tief sind vielfältig.

Am Sonntag endet mit dem Schlusspfiff im Wiener Derby knapp vor 19 Uhr der Bundesliga-Herbst 2018. Der neue Modus verspricht vier nervenaufreibende Partien im Frühjahr bis zur Punkteteilung nach 22 Runden.

Der Platz in der Tabelle während der Winterpause ist vor allem aus psychologischen Gründen interessant. Den Wiener „Großklubs“ droht eine im Sommer noch für unmöglich gehaltene Blamage: Sollte sich die Serie der Auswärtserfolge im Derby fortsetzen, könnten sowohl Rapid (20 Punkte) als auch die fünftplatzierte Austria (24) unter dem ominösen Strich überwintern.

Steirische Siege?

Den steirischen Klubs auf Platz 6 und 7 ist ein finaler Erfolg zuzutrauen: Sturm (23 Zähler) empfängt die Admira; Hartberg (23) tritt in Altach beim erwarteten Abschied von Trainer Grabherr an. Dass Rapid nur Achter ist, kann kein Zufall mehr sein.

Die Gründe sind vielfältig:

- Torflaute Mit nur 16 Treffern stellen die Hütteldorfer die schwächste Offensive der Liga. Neun Heimspiele brachten das magere Torverhältnis 6:6. Bis in den November war die fehlende Effizienz schuld: Rapid lag bei den Expected Goals (Modell zur Wahrscheinlichkeit von Toren, Anm.) auf Platz 2. Zuletzt wurde defensiv weniger zugelassen, aber auch kaum noch Gefährliches kreiert.

- Verletzte Wieder musste ein Innenverteidiger w.o. geben: Ein MRT klärt, wie schwer es Sonnleitner erwischt hat. Dafür steigen Dibon und Potzmann wieder in das Training ein. „Bei Pavlovic wird es heuer nichts mehr“, sagt Trainer Kühbauer über den Stürmer, der vor allem beim Ballsichern vermisst wird.

- Angst vor Großen In der Ära Barisic war die größte Sorge die mäßige Bilanz gegen die „Kleinen“. Jetzt ist gegen die Top-Klubs nichts mehr zu holen: In 17 Runden gelang kein einziger Sieg gegen einen Verein, der in der oberen Tabellenhälfte zu finden ist.

- Rasenmisere Nach dem Pilzbefall wurde der Rasen um 100.000 € getauscht. Das neue Grün bekam aber nicht die nötige Zeit, um zu verwurzeln. Nach dem 0:0 hatte Strebinger genug: „So kann man nicht spielen, da muss man ins Budget reinfahren.“ Der zu dichte Unterbau soll mit einem Spezialgerät aus Barcelona aufgelockert werden. Eine (nur) im Sommer mögliche Neuverlegung des Unterbaus würde mehrere Hunderttausend Euro kosten.

Am Donnerstag könnte der Acker sogar helfen: Die Rangers müssen in der Europa-League-Entscheidung siegen, also das Spiel machen.