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Sport Fußball
12/20/2019

Paukenschlag beim SKN St. Pölten: Land NÖ dreht den Geldhahn zu

Von den landesnahen Sponsoren und der Politik wird beim SKN weniger beigesteuert, der Bundesliga-Neunte sucht neue Geldgeber.

von Alexander Huber

Erwin Pröll war bei der Meisterparty mittendrin statt nur dabei. Am 25. Mai 2016 feierte der Landeshauptmann mit dem SKN den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. Die St. Pöltner Kicker herzten den mächtigen Politiker wie einen Mitspieler.

Seit der Gründung des Vereins im Jahr 2000 in der fünften Liga hatte Pröll immer ein offenes Ohr für die Wünsche des Landeshauptstadtklubs und auch Wege sowie Mittel, um den SKN zu unterstützen. Doch mit dem Abgang von Pröll haben sich auch die Zeiten geändert.

Seit Sommer laufen Gespräche zwischen der Politik und dem Tabellen-Neunten. Die Marschrichtung lautet: Der SKN muss selbst laufen lernen.

Klartext vom Klub-Boss

Klub-Boss Helmut Schwarzl äußert sich im KURIER erstmals zur Causa prima: „Seitens Land und landesnahen Sponsoren wird das Engagement zurückgefahren – das ist Fakt, auch wenn es nicht von heute auf morgen passiert.“

Konkret geht es um den Stadionsponsor NV (Niederösterreichische Versicherung) und Trikotsponsor Hypo NÖ. Beide Großsponsoren werden nur noch kleinere Beträge beisteuern. „Zusätzlich wurde uns mitgeteilt, dass es die bisher übliche Spitzensport-Förderung vom Land nicht mehr geben soll“, sagt Schwarzl.

Damit bleibt von den vier großen Geldgebern nur noch Hauptsponsor spusu, für den sogar das SKN-Wappen in ein neues Logo ausgetauscht wurde.

Bereits vor dieser Saison ging Sponsor Prefa verloren, Admiral hat den Umfang ebenfalls reduziert und der Wechsel von der Bier-Hausmarke Egger zu Ottakringer geht auch nicht unbedingt als Erfolgsgeschichte durch.

Geberit-Geschäftsführer Schwarzl würde die Landespolitik niemals kritisieren, sagt aber auch: „Erwin Pröll war ein Unterstützer und enormer Treiber. Die Unterstützung war damals auch politisch motiviert.“

Keine Reserven

Der Vorstandsvorsitzende des SKN weiß, dass harte Zeiten warten: „Wir sind nicht so aufgestellt, dass wir Reserven hätten.“

Obwohl in der vergangenen Saison die Meistergruppe erreicht, Trainer Kühbauer an Rapid verkauft und spusu als Top-Sponsor gewonnen wurde, blieb ein läppischer Gewinn von 19.000 Euro. Dabei hatte es aufgrund der Transfersperre im Jänner 2019 nicht die vom damaligen Trainer Popovic erhoften Zugänge gegeben.

Schwarzl sagt: „Wir hatten weniger Zuschauer und Einnahmen als erhofft.“ Das negative Eigenkapital beträgt 886.000 Euro.

Neue Transferpolitik

„Künftig sind Transfereinnahmen eine wichtige Säule für uns“, kündigt Schwarzl an. Jetzt rächt sich der strategische Fehler, dass aufgrund der Kosten nie der Mut aufgebracht wurde, die St. Pöltner Akademie (mit Talenten wie Florian Grillitsch oder Christoph Baumgartner) vom NÖ-Verband zu übernehmen.

Vom Sturmduo Balic – Pak soll im Jänner zumindest einer verkauft werden, bevor im Sommer die Verträge auslaufen und der SKN gar nichts bekommt.

Für Balic gab es bereits im August Angebote von Rapid und LASK.

Balics Manager Sascha Empacher sagt: „Es gibt Gespräche mit Vereinen aus dem In-und Ausland. Ob es im Winter oder im Sommer einen Transfer gibt, ist noch offen.“

Neben Transfererlösen soll es auch neue Partner geben, betont Schwarzl: „Ich war schon beunruhigter. Es wird nicht einfach, aber wir sind in guten Gesprächen mit einem möglichen Sponsor.“

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