ÖFB-Team spielt vor der WM im legendären Rose-Bowl-Stadion

Das ÖFB-Team bestreitet seinen vierten und letzten Test vor der WM am 10. Juni in Pasadena gegen Guatemala.
Das Rose Bowl in Pasadena

Am 17. Juli 1994 schoss Roberto Baggio im WM-Finale den entscheidenden Elfmeter weit übers Tor. Brasilien war Weltmeister, die Italiener sanken traurig zu Boden. Die 120 Minuten zuvor waren nicht unbedingt ein fußballerischer Leckerbissen gewesen, doch das Endspiel der bisher einzigen WM in den USA blieb doch in Erinnerung.

32 Jahre später wird nun das österreichische Team vor der WM 2026 seinen vierten und letzten Test für die Endrunde an ebendiesem legendären Ort bestreiten. Im Rose Bowl Stadium in Pasadena im Großraum Los Angeles trifft das ÖFB-Team am 10. Juni zum ersten Mal in seiner Geschichte auf das Team aus Guatemala. Das gab der ÖFB am Dienstag bekannt.

Pasadena ist knapp zwei Autostunden von Santa Barbara entfernt, wo das ÖFB-Team ab 4. Juni stationiert sein wird. Die Partie wird um 21 Uhr Ortszeit angepfiffen. In Österreich ist es da bereits 6 Uhr früh und bereits der 11. Juni.

Ob wie beim WM-Finale 1994 wieder 94.000 Fans im Stadion sein werden, wird sich weisen. Die Chance besteht jedenfalls. Denn im Raum Los Angeles leben knapp 300.000 Guatemalteken. Es ist die größte Community des Landes außerhalb Guatemalas und sie wird die Partie wohl zu einem Auswärtsspiel für Österreich machen.

Kein Geschäft, kein Risiko

Ob das Rose Bowl am 10. Juni voll sein wird oder nicht, ist dem ÖFB aus wirtschaftlicher Sicht egal. „Wir verdienen nicht an den Tickets, tragen aber auch kein wirtschaftliches Risiko“, sagt Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der ÖFB-Wirtschaftsbetriebe GmbH.

Bernhard Neuhold vom ÖFB

Bernhard Neuhold vom ÖFB

Salopp gesagt muss sich der ÖFB demzufolge auch nur darum kümmern, dass die eigene Mannschaft rechtzeitig im Stadion ist. Alles andere liegt beim Veranstalter, der die Partie eingefädelt hat. Dabei handelt es sich um eine Event-Agentur aus den USA, die im konkreten Fall an den ÖFB herangetreten ist und Guatemala als potenziellen Gegner präsentiert hat. Nach Rücksprache mit Teamchef Rangnick hat Neuhold schließlich zugeschlagen – und einem anderen Match-Organisator mit Peru als möglichem Gegner abgesagt.

Noch nie bei einer WM

Die Guatemalteken sollten für das ÖFB-Team jedenfalls zu knacken sein. Die Mittelamerikaner spielten zuletzt Ende März gegen Österreichs-WM-Gegner Algerien und kamen dabei mit 0:7 unter die Räder. Bei einer WM-Endrunde war man noch nie vertreten. Einen in Europa bekannten Spieler gibt es nicht.

Seinen ersten Kader für den Vorbereitungslehrgangder am 27. Mai am ÖFB Campus in Wien-Aspern startet, wird Teamchef Ralf Rangnick am 18. Mai bekanntgeben. Der finale WM-Kader ist gemäß FIFA-Richtlinien bis spätestens 1. Juni, unmittelbar nach dem Länderspiel gegen Tunesien, zu melden. Für diese Partie im Ernst-Happel-Stadion hat der ÖFB bereits 20.000 Tickets verkauft.

In der WM-Gruppenphase geht es für Österreich zum Auftakt am 17. Juni um 06.00 Uhr MESZ in San Francisco gegen Jordanien, anschließend trifft man am 22. Juni um 19.00 Uhr MESZ in Dallas auf den regierenden Weltmeister Argentinien. Zum Abschluss der Gruppenphase wartet am 28. Juni um 04.00 Uhr MESZ Algerien in Kansas City

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