ÖFB-Cup: Salzburg weiter, Sturm fliegt in Altach raus
Der erste Streich: Patrick Greil traf im Elfer-Nachschuss zur Führung, der Ex-Rapidler stieg mit Altach ins Halbfinale auf.
Der WAC wird den Titel im ÖFB-Cup nicht verteidigen. Die Lavanttaler mussten sich im Viertelfinale Salzburg mit 0:1 geschlagen geben. Während die Gäste ihre gute Frühform auch auf nationaler Bühne unter Beweis stellten, lief bei den Hausherren nicht viel zusammen. Zudem mussten sie auch 70 Minuten in Unterzahl agieren.
Salzburg-Trainer Letsch veränderte sein Team nach dem sehenswerten Gastspiel bei Aston Villa (2:3) an zwei Positionen. Lainer und Bischoff rückten für Trummer und Alajbegovic in die Startelf. Die Anfangsphase war aber ähnlich stark wie jene in Birmingham. Salzburg drückte, hatte viele frühe Ballgewinne – und Konate hatte bei einem Stangenschuss Pech (4.). Der eine oder andere Zuschauer mag verwirrt gewesen sein, da in beide Teams einen Spieler namens Diabate dabei war. Die Verwechslungsgefahr war nach 20 Minuten zu Ende, da musste Mamadou Diabate vom WAC in die Kabine. Seine Rote Karte wegen Torraubs gegen Baidoo war allerdings eine sehr harte Entscheidung (19.).
Das Spiel lief jetzt erst recht wie auf einer schiefen Ebene Richtung WAC-Keeper Polster. Der konnte gegen Kitanos Distanzschuss noch retten (23.). Bei Karim Konates Kopfball zur verdienten Führung der Salzburger war er aber chancenlos (24.). Für den Ivorer, der lange verletzt war, der erste Saisontreffer. Das 1:0 gegen Aston Villa hat ihm die UEFA im Nachhinein weggenommen und als Eigentor von Lindelöf gewertet. Konate war es auch, der es vor der Pause verabsäumte, zu erhöhen. Er jagte den Ball vom Fünfer aus weit über die Latte (27.).
Der WAC fand offensiv nicht statt, Salzburg-Keeper Schlager war an seinem 30. Geburtstag nahezu beschäftigungslos. Einziges Manko aus Salzburger Sicht: Man schaffte es nicht, den Sack zuzumachen.
Nach der Pause feierte bei den Gästen Neuzugang Tim Drexler sein Debüt in der Innenverteidigung. Der Ball war aber weiterhin meist auf der anderen Seite des Spielfelds. Baidoo traf einmal aus Abseitsposition (52.) und einmal ins Außennetz (61.). Und weil auch Krätzig an Polster scheiterte (70.) blieb es spannend.
Die Kärntner setzten zur Schlussoffensive an, wurden aber nicht zwingend. Zukic vergab die beste Möglichkeit. Yeo vergab im Konter die vorzeitige Entscheidung. Es war keine Glanzleistung der Salzburger, aber ein solider Auftritt reichte, um das Halbfinal-Ticket zu lösen.
Sturm scheitert im Viertelfinale
Ein Ingolitsch hat ja doch gewonnen. Nicht aber der neue Sturm-Trainer Fabio, sondern Altachs Verteidiger Sandro. Die Vorarlberger schlugen im Viertelfinale mit den Sturm den Cupsieger 2023 und 2024 mit 3:1 nach Verlängerung. Für Fabio Ingolitsch war es ein verpatzter Auftakt auf nationalem Terrain, für dessen Nachfolger in Altach Ognjen Zaric ein geglückter.
Der Sturm-Trainer Ingolitsch sorgte für die erste Überraschung: Dass Heimkehrer Jusuf Gazibegovic, der wie die anderen Neuen für die Europa League nicht spielberechtigt war, den Anpfiff auf dem Altacher Grün erleben wird, davon konnte man ausgehen. Dass aber der eben erst geholte Paul Koller starten durfte, kam doch nicht ganz erwartet. Ingolitsch kennt ihn aus Altach, seine neuen Mitspieler noch nicht – er konnte kaum mit dem Team trainieren.
Auf dem Platz bot der Verteidiger, der bis zur 70. Minute im Einsatz war, vor der Pause genauso wenig wie seine Mitspieler. Sturm hatte keine einzige nennenswerte Chance, Altach zumindest kurz vor der Pause zwei durch Greil und Massombo. Aber die Vorarlberger zeigten vor allem, warum sie in der Liga die wenigsten Gegentore erhalten haben.
Elfernachschuss
Kurz nach der Pause reklamierten die Grazer Elfer – kein Handspiel. Einen Elfer gab es aber nach einer eher harmlosen Attacke von Kietishvili an Ex-Sturm-Spieler Jäger, Patrick Greil scheiterte zwar in der 52. Minute an Goalie Chudjakow, kam aber vor schlafenden Sturm-Verteidigern an den Ball – 1:0.
Gefährlicher waren weiter die Gastgeber, auch dank Greil und Massombo. Ingolitsch tauschte, und mit einem Neuen, darunter Neuzugang Mamageishvili, tat er einen Glücksgriff. Axel Kayombo scheiterte zunächst an Goalie Stojanovic, verwertete aber den Nachschuss zum etwas überraschenden Ausgleich (71. Minute). Dann flog Oermann in seinem vielleicht letzten Spiel für Sturm (er soll zu seinem Stammverein Leverkusen zurück) mit Gelb-rot vom Platz (79.). Heftige Kritiken der Grazer inklusive der Bank blieben freilich fruchtlos.
In der Verlängerung hatten die Gastgeber nicht nur personelles Übergewicht. Der Treffer durch Srdan Hrstić per Kopf hatte sich abgezeichnet (102.). Patrick Greil setzte noch einen drauf (105.). Dann musste Gazibegovic ins Tor, da sich Chudjakow verletzte und das Austauschkontingent erschöpft war. Im Vorjahr schied Sturm auch im Viertelfinale aus. 0:2 gegen die Austria. Am 1. Februar.
Sturm-Trainer Ingolitsch war am Ende wütend. "Wir müssen unsere Leistung analysieren, mit welcher Mannschaft wir weiterspielen wollen." Sauer war der Salzburger auch auf Schiedsrichter Julian Weinberger. "Da waren einige Entscheidungen zu hinterfragen."
Cup-Auslosung
Am Sonntag wurde auch ausgelost: Im Halbfinale fordert nun Ried den LASK und Salzburg empfängt Altach.
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