LASK vor dem Cupfinale: Der erste Triumph 1965 hatte einen tragischen Helden

Vor 61 Jahren holte der LASK die bisher letzten Titel – hinter dem Triumph verbirgt sich auch eine tragische Geschichte.
Das Double-Team: „Chico“ (2. v. r. unten) war einer der Stars.

61 Jahre ist her - solange gab es keinen Titel für den LASK. Am Freitag kann die Durststrecke beendet werden, im Cupfinale wartet Altach. 

Die Geschichte des LASK ist untrennbar mit einem erfreulichen Höhepunkt verbunden, der aber auch einen traurigen Beigeschmack hat. Weil besagte Geschichte auch mit dem Namen Carlos Lima, liebevoll "Chico" genannt, verbunden ist. Der Brasilianer war 1965 eines der Gesichter des ersten Doubles für eine Mannschaft aus den Bundesländern.

Die Erfolgsgeschichte des Linzer Traditionsklubs war eine Story, die in zehn Tagen erzählt war. Eingeleitet hat sie "Chico", der beim 1:0-Auswärtssieg im ersten Cup-Finalspiel in Wiener Neustadt das Goldtor erzielte. Im Rückspiel reichte den Athletikern ein 1:1 gegen die Niederösterreicher.

Längst heißt „Chico“ auch das Maskottchen des LASK: Ein Zebra-Maskottchen im Disney-Stil, das 2019 in neuer Aufmachung präsentiert wurde.

Da war „Chico“ längst nicht mehr am Leben. Der überaus flinke und talentierte Flügelstürmer starb 1994 völlig verarmt im Linzer Sonnenhof. In einer Linzer Redaktion bettelte „Chico“ mit einem Plastiksackerl in der Hand um Geld. Er wurde nur 58 Jahre alt.

Der noch größere Erfolg wurde einige Tage später mit dem ersten Meistertitel einer Bundesländer-Mannschaft gefeiert (bis 1973 hieß es Staatsliga). Am 3. Juli gewann das Team um Trainer Frantisek Bufka auf der Hohen Warte gegen Vienna mit 2:0. Der KURIER titelte am Tag darauf auf dem Titelblatt: „Linz im LASK-Rausch“. Die Torschützen war damals Dolfi Blutsch und der Ungar Gyula Szabo. „Der Jubel kennt keine Grenzen mehr, beim LASK und den mitgereisten Fans brechen alle Dämme.“

Dolfi Blutsch, heute 85 Jahre alt und eine oberösterreichische Legende, betreute den LASK ab 1978 mehrmals. 1992/93 wurde er der erste westliche Trainer in Polen nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs und führte den GKS Kattowitz zum Cupsieg von 1993.

Nicht zu vergessen im damaligen Team war Stürmer-Star Helmut Köglberger, der danach auch mit der Wiener Austria mehrmals Meister und Cupsieger wurde und 28 Mal im österreichischen Nationalteam spielte. Sechs Tore gelangen dem 2018 verstorbenen Köglberger, der gelegentlich auch Kapitän war.

In den 1980ern gelang mehrmals der Sprung in den Europacup, 1985 wurde zu Hause Inter Mailand mit 1:0 besiegt – jedoch auswärts 0:4 verloren. Es folgten Abstiege, Wiederaufstiege und finanzielle Desaster. 2012 wurde den Linzern die Lizenz für den Profifußball verweigert. Der LASK kam erneut zurück – und steht unter Trainer Didi Kühbauer vor einem großen Coup. Denn auch im Meisterrennen stehen die Linzer in der Poleposition. 

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