New-York-Coach Struber: "Cool, wie gastfreundlich alle sind"

New-York-Coach Struber: "Cool, wie gastfreundlich alle sind"
Saisonstart in der Major League Soccer. Der Trainer aus Österreich ist sprachlich gewachsen, hoch motiviert und Corona-geimpft.

Vom Lavanttal nach England und von der Insel über den großen Teich. Der Aufstieg von Gerhard Struber ist steil. Der ehemalige Trainer des Wolfsberger AC und des FC Barnsley über sein neues Abenteuer bei den New York Red Bulls.

KURIER: Sie sind seit Ende Jänner in den USA. Was haben Sie schon gesehen vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Gerhard Struber: Noch nicht viel. Natürlich war ich das eine oder andere Mal in Manhattan und habe mich beeindrucken lassen von der Größe und der Skyline. Aber es ist gerade richtig viel zu tun. Wir haben in den letzten Monaten viel Energie aufgebraucht, um die richtigen Jungs zu uns zu holen und wollen jetzt eine Mannschaft formen, die schlagkräftig ist und in späterer Folge die Power hat, um um Titel zu spielen.

Bei Ihrem letzten Klub Barnsley sind Sie während der Meisterschaft eingestiegen. Jetzt haben Sie eine fünfwöchige Vorbereitung hinter sich. Der Traum eines jeden Trainers, um seine Ideen zu implementieren?

Ja, die Zeit ist wirklich wichtig gewesen. Denn gerade bei den vielen neuen, jungen Spielern war gefährliches Halbwissen unterwegs, was etwa Pressing betrifft. Daher war es gut, den Reset-Knopf zu drücken und alle auf ein gleiches Level zu bringen.

Beschreiben Sie bitte gefährliches Halbwissen im Pressing. Attackiert da jeder, wann er will?

Zum Beispiel, und dann wird es wild. Es gibt viele, die pressen aus der Motivation heraus. Da gilt es, ihnen bewusst zu machen, wann es Sinn macht, effizient hoch zu pressen, wann es wiederum Sinn macht, in ein Mittelfeldpressing zu kommen, aber auch wann es gilt, über den Ballbesitz wieder Energie zu tanken. Wir wollen ja nicht ins Leere laufen und Energie vergeuden, sondern dem Gegner in gewissen Räumen den Ball abnehmen und dann gemeinsam schnell umschalten. Es gibt viele Dinge, wo wir noch relativ am Startpunkt sind, zugleich erlebe ich aber jeden einzelnen mit einer extremen Motivation. Wir haben eine coole Mischung aus amerikanischen Burschen, Südamerikanern und Spielern aus Europa. Da ist viel Herz drin und das ist gut so. Aber wir brauchen eine Mischung aus Herz und Hirn - dann wird es auch funktionieren.

Kommentare