Spätsommer, Sonne, Trainingsplatz: Österreichs Teamkicker bereiten sich auf golfplatzähnlichem Grün in Spanien vor.

© APA/ROBERT JAEGER

Nationalteam
11/12/2013

Sonnyboys im Koller-Lager

Was Trainer Marcel Koller bei perfekten Bedingung in Spanien plant.

von Günther Pavlovics

Österreichs Teamspieler sind Schönwetter-Fußballer. Tatsache. 25 Grad, Sonnenschein und, damit wohl auch eng verbunden, sehr gute Stimmung. Am ersten Tag in Spanien herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit. 50 Kilometer südlich von Alicante liegt die Kleinstadt Orihuela, die 90.000 Einwohner hat, flächenmäßig aber nur 50 Quadratkilometer kleiner als Wien (415 ) ist.

Im grünen Bereich

Dank des schönen Wetters lagen in der Küstensiedlung Orihuela Playas etliche Touristen auch in der Nachsaison noch am Strand. Zehn Fahrminuten von den Sonnenanbetern landeinwärts sind die Sonnyboys von Teamchef Marcel Koller einquartiert. Im Real Club de Golf Campoamor Resort schlängeln sich zwischen Pinien die Golf-Fairways an sanften Hügeln entlang. Mittendrin steht ein schickes Hotel mit ein paar Tennisplätzen und zwei Fußballfeldern, deren Rasen sich nicht zu schämen braucht gegenüber der Qualität der Golf-Greens.Die Spieler können von ihrem Quartier in einer Minute zum Training schlendern.

„Das sind doch wirklich herrliche Bedingungen“, sagt Marcel Koller. „Wenn man im Training unterbricht, um unmittelbar auf Dinge hinzuweisen, ist es besser, wenn man in der Sonne steht als im Regen.“ Am Montag, dem ersten Trainingstag, hatte er nicht viel Grund zu Unterbrechen. Es wurde noch in verschiedener Intensität geübt, davon abhängig, wer am Sonntag noch gespielt hat und wer nicht.

Einer hat sogar noch am Montag gespielt: Tormann Robert Almer traf gestern zum Mittagessen im Hotel ein. Gyuri Garics kommt erst am Donnerstag, sein italienischer Arbeitgeber Bologna hat Abstiegssorgen und den ÖFB um einen späteren Abstellungstermin gebeten. Und in den nächsten Tagen sollten auch die Sorgenkinder wieder bei der Sache sein. Das sind momentan die beiden Bremer: Junuzovic hat Probleme mit den Adduktoren, Prödl ist schon länger angeschlagen, aber auf dem Weg der Besserung.

Kollers Vorgaben

Der österreichische Teamchef hatte diesen Lehrgang vorgeschlagen, als noch nicht sicher war, dass er seinen Vertrag verlängern würde. Nun leitet er ihn, um seine Arbeit fortzuführen. Gestern gab es am Nachmittag nur eine taktische Trockenübung mit Videostudium und Besprechungen. Von heute an wird Koller dann seine Pläne für den Lehrgang bis inklusive Samstag in sieben Trainingseinheiten umsetzen. Was steht also auf dem Programm? Koller hat zu Beginn seiner Ära vorerst seine Vorstellungen in der Defensive umgesetzt, danach versucht, seine offensiven Ansichten im Spiel sichtbar zu machen. „Das ist der nächste Schritt und schwieriger“, betonte er immer wieder.

In Spanien geht es besonders um das von ihm sogenannte „Angriffspressing“ – das frühe Stören des Gegners im Angriffsverbund. „Jetzt wollen wir vermitteln, dass man auch 20 Meter weiter hinten eng stehen kann“, sagt der Teamchef. „Dann kann man auch im Spiel switchen.“ Sprich: Man kann im Spiel mit einem gemeinsamen Plan auf eine veränderte Situation reagieren. Etwas, das gegen die Schweden in der zweiten Halbzeit nicht funktioniert hat.

Und er nutzt das Trainingslager auch, um neuen Spielern seine Philosophie zu vermitteln, und „um den einen oder anderen zu sichten“. Das sind diesmal die Verteidiger Martin Hinteregger und Kevin Wimmer sowie die Stürmer Lukas Hinterseer und Philipp Zulechner. Koller: „Eins zu eins auf dem Platz sieht man viel mehr als auf der Tribüne.“

Umsetzung in Wien

Der Teamchef beginnt in Spanien aber auch mit der Behebung eines weiteren Problems – der schlechten Auftritte in Testspielen. Koller: „In der Qualifikation waren wir immer fokussiert. In Freundschaftsspielen haben wir nicht immer das umgesetzt, was wir wollten.“

Am nächsten Dienstag soll der Fokus richtig eingestellt sein, wenn um 20.45 Uhr in Wien das Spiel gegen die USA angepfiffen wird.

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