FBL-EUR-C1-LIVERPOOL-SALZBURG

Haaland jubelte vor den 3.000 Salzburg-Fans nach dem zwischenzeitlichen 3:3.

© APA/AFP/PAUL ELLIS / PAUL ELLIS

Sport Fußball
10/03/2019

Nach dem Spektakel in Liverpool: Warum Salzburg stolz sein darf

Österreichs Meister holte beim Champions-League-Sieger ein 0:3 auf und bekam trotz einer Niederlage Lob von allen Seiten.

von Stephan Blumenschein

Es war ein Spiel mit einem Gewinner, aber auch mit zwei Siegern, das Gruppenspiel der Champions League zwischen dem FC Liverpool und Red Bull Salzburg am Mittwochabend. Österreichs Meister holte ein 0:3 auf,  musste sich aber schließlich dem Titelverteidiger doch noch 3:4 geschlagen geben.

"Es ist für alle komisch, Gratulationen für eine Niederlage zu bekommen", meinte ein sichtlich stolzer Salzburg-Trainer Jesse Marsch. Sechs Gründe, warum das der Amerikaner zu Recht sein durfte ...

  • Torgefahr

Roter Stern Belgrad, SSC Napoli, Bayern München, FC Porto und FC Barcelona - diese fünf Klubs hatten in Liverpool in den vorherigen fünf Champions-League-Spielen im Stadion Anfield keinen einzigen Treffer erzielt, Salzburg gelangen gleich drei - und das in nur etwas mehr als 20 Spielminuten. Drei Tore in Liverpool hatten in der Champions League vor den Salzburgern erst drei Klubs erzielt: Barcelona, Chelsea und Real Madrid.

  • Mentalität

"Es gibt viele Mannschaften, die aufgeben, wenn sie 0:3 zurücklegen. Salzburg gehört definitiv nicht zu diesen." Dieses Lob gab es von höchster Stelle, nämlich von Liverpool-Starcoach Jürgen Klopp, der gerade erst zum FIFA-Trainer 2019 gewählt wurde. Nach dem 1:3 durch Hwang kurz vor der Pause, glaubten die Salzburger wieder an ihr Können und degradierten den Tabellenführer der Premier League 15 Minuten lang zum Statisten.

  • Variabilität

"Wir wir die ersten 30 Minuten gespielt haben, das war nicht unsere Spielweise", meinte Trainer Marsch, der deshalb mit einer Systemumstellung eingriff. Er stellte im Mittelfeld auf Raute um. Damit kamen die Salzburger viel besser zurecht und erwischten sowohl offensiv als auch defensiv plötzlich die wichtigen zweiten Bälle. "Dieser Wechsel hat uns sehr geholfen", meinte der Amerikaner, der schon bei seiner Präsentation im Frühsommer angekündigt hatte, dass seine Mannschaft taktisch flexibel sein wird.

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  • Individualität

Dass Liverpool in der Offensive mit Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane drei Weltklassespieler hat, ist kein Geheimnis. Dass Hee-Chan Hwang und Takumi Minamino ebenfalls auf Weltklasseniveau spielen können, stellten sie in Liverpool unter Beweis. Wie der Koreaner beim ersten Treffer mit Virgil van Dijk den derzeit weltbesten Verteidiger aussteigen ließ, erstaunte auch das fachkundige Liverpooler Publikum. Und auch der Volleytreffer des Japaners Minamino war ebenso absolut sehenswert wie seine perfekte Vorlage vor dem 3:3 durch Haaland. Der Norweger führt nun übrigens mit vier Toren gemeinsam mit Serge Gnabry (Bayern) die Torschützenliste in der Champions League an. 

  • Unterstützung

Die Salzburger Fans werden vom Großteil der anderen österreichischen Fangruppierungen nur müde belächelt. Wie die 3.000 mitgereisten Anhänger ihre Mannschaft zu einer großartigen Leistung trieben, war aber hörenswert. Von Beginn an war die lautstarke Unterstützung da. Und daran änderte sich auch nichts, als es in der ersten Hälfte plötzlich 0:3 stand. Auch nach dem Schlusspfiff gab es Standing Ovations, wurden die Salzburger gefeiert, als ob sie die Sieger gewesen wären. Lob gab es auch von der Liverpooler Polizei für das vorbildliche Verhalten im Stadion und in der Stadt. Es haben daher nicht nur die Salzburger Spieler, sondern auch deren Anhänger Werbung für Österreich gemacht.

  • Lernfähigkeit

Salzburg hat eine junge Mannschaft mit extrem viel Potenzial, das allerdings noch lange nicht ausgereizt ist. Dass es selbst während eines Spiels eine kontinuierliche Entwicklung gibt, haben die etwas mehr als 90 Minuten in Liverpool erneut bewiesen. "Wir haben viel Respekt gehabt, aber vielleicht auch zu viel. In der zweiten Halbzeit war von Anfang an mehr Wille, Leben und Selbstvertrauen im Spiel", konstatierte Trainer Jesse Marsch, der - typisch amerikanisch - der Niederlage durchaus Positives abgewinnen konnte. "Nur solche Spiele helfen uns weiter. Es war ein Lernmoment, den wir nützen müssen."

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