Messi, "das achte Weltwunder"

Lionel Messi
Foto: EPA Für viele ist Messi jetzt schon der beste Fußballer aller Zeiten

Barcelona-Star Lionel Messi sprengt alle Rekorde, Experten gehen mittlerweile die Superlative aus.

Fünf Tore dank seines sechsten Sinnes. Die spanische Presse sieht Barcelonas Superstar Lionel Messi nicht erst seit dem 7:1 über Leverkusen in Superlativen. "Er ist das achte Weltwunder", schreibt etwa Sport. Mit den fünf Treffern in einem Champions-League-Spiel sorgte der Argentinier im Achtelfinal-Rückspiel für einen Rekord.

Für viele ist Messi jetzt schon der beste Fußballer aller Zeiten, auch das Voting auf KURIER.at unterstreicht dies. Messi führt mit 62 Prozent der Stimmen, deutlich vor Pele oder Maradona. Ob der Beste oder nicht, der 24-Jährige ist auf alle Fälle der auffälligste Spieler dieses Planeten.

Gegenspieler Bea: "Ich bin nur hinterhergelaufen"

Lionel Messi im Zweikampf  mir Inaki Bea, Foto: ap Zweikampf: Der Innsbrucker Abwehrchef Inaki Bea (re.) machte 2009 Bekanntschaft mit Lionel Messi. Sein Resümee: "Ich habe es genossen"

Inaki Bea erinnert sich noch mit Schrecken an sein Duell mit dem FC Barcelona. Es war 2009, die erste Saison unter Coach Pep Guardiola, und Inaki Bea, heute Abwehrchef von Innsbruck, trug noch das Trikot von Real Valladolid.

"Nach dreizehn Minuten hab’ ich das erste Mal den Ball berührt", schmunzelt der Baske, der es erst nach der Pause mit Lionel Messi zu tun bekam. Einem Lionel Messi, der in dieser Partie "nicht so viel Gas gegeben hat", erzählt Inaki, "aber ich bin trotzdem nur hinterhergelaufen."

Nach dem Spiel, das Barcelona 1:0 gewann, "wollte jeder Messis Trikot haben." Inaki ging bei dieser Trophäenjagd zwar leer aus, auf seinem Handy hat er allerdings einige Fotos, die ihn zusammen mit Messi zeigen. "Ich habe es genossen, gegen ihn zu spielen", sagt er, "was mir am meisten an ihm gefällt: Er ist bescheiden und will nicht im Mittelpunkt stehen."

Mitspieler Soriano: "Lionel ist ein fleißiger Arbeiter"

Jionathan Soriano, Foto: ap Salzburg-Legionär: Jonathan Soriano bewundert Messis Fleiß.

Jonathan Soriano durfte mit Lionel Messi beim FC Barcelona nicht nur zusammen trainieren, sondern auch mit ihm zusammen spielen. "Lionel hat sicher herausragendes Talent – das steht außer Zweifel. Aber er ist auch ein fleißiger Arbeiter", meint der Stürmer, der erst im Jänner vom FC Barcelona zu Salzburg gewechselt ist: "Im Training probiert er die Abläufe immer wieder und immer wieder. Das habe ich immer bewundert."

Soriano beschreibt den besten Fußballer der Welt als Teamplayer: "Er sieht sich als nichts Besonderes und fühlt sich als Teil des Teams, das perfekt eingespielt ist und ihn perfekt unterstützt."

Dies alles sei das Werk des Barcelona-Trainers. "Pep Guardiola analysiert exakt die Positionen und Laufwege von Messi, die sehr variabel sind. Wie er, wann, wo und wie angespielt wird – das wird im Training bis zur Perfektion geübt."

Beobachter Schopp sah zwei Messis

Markus Schopp Foto: Kristian Bisutti "Messi weiß, dass er ohne Mannschaft nichts ist. Das macht die Barça-Schule aus" - Markus Schopp, Barcelona-Hospitant

Von 2001 bis 2005 spielte Markus Schopp in Italien und lernte bei Brescia Pep Guardiola als Mitspieler kennen. Der Kontakt zum heutigen Erfolgstrainer von Lionel Messi brachte dem 56-fachen Teamspieler die Chance, für seine Trainer-A-Lizenz in Barcelona zu hospitieren. Im Frühjahr 2010 beobachtete Schopp Guardiolas Arbeitsweise und sah dabei auch Lionel Messi auf die Beine.

"Im Training bewegt er sich auffallend wenig. Das hängt aber auch mit der Belastung durch die vielen Spiele von Barcelona zusammen, von denen Messi kein Einziges auslassen will", erzählt Schopp. Der Superstar der Mannschaft verhält sich trotz der Ruhephasen aber nicht wie einer: "Er macht auch im Training keine Fehlpässe, zeigt jeden Tag seine unglaubliche Genauigkeit. Er nimmt nur die Intensität raus und weiß genau, wann er dafür die volle Leistung zu bringen hat."

Die größte Stärke erkennt der 38-Jährige in der perfekten Umsetzung der Vereinsphilosophie: "Messi weiß, dass er ohne Mannschaft nichts ist. Das macht die Barça-Schule aus. Auch die meisten seiner Mitspieler haben diesen Gedanken schon in den Nachwuchsteams verinnerlicht."

Warum ist der 24-Jährige kaum zu stoppen? "Es gibt ein blindes Spielverständnis. Die Abläufe sind im Barça-System seit Jahren eingeübt. Dazu kommt Messis Stärke, im Angriffsspiel immer unberechenbar zu sein. Er kreiert immer etwas Neues." Daran hat Guardiola großen Anteil: "Er lebt den Trainerjob extrem intensiv, ist auf der persönlichen Ebene stark und die Spieler nehmen ihm seine Ideen immer ab."

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(kurier) Erstellt am
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