Sport | Fußball
05.06.2018

Martic zu Rapid? Die Sieger und Verlierer beim SKN-Umbau

Nach der Relegation bastelt Trainer Kühbauer am neuen Kader. Wr. Neustadt muss (abseits der Klage) alles infrage stellen.

Nach der ersten Aufregung über das Zitterfinish in der Relegation gegen Wiener Neustadt fand SKN-Trainer Didi Kühbauer das Positive am wackeligen Auftritt: „Jetzt wissen wenigstens alle, dass wir wirklich Verstärkungen brauchen, um kommende Saison auch einmal ruhig schlafen zu können.“

Am Tag nach dem Klassenerhalt beginnt der große Kaderumbau – wie auch bei Wr. Neustadt. Im SKN-Sturm bekommt der von Kühbauer in bemerkenswerter Weise „aufgeweckte“ Nordkoreaner Pak prominente Verstärkung: LASK-Edelreservist Rene Gartler kommt für zwei Jahre nach St. Pölten. Für die Innenverteidigung setzt Kühbauer auf seinen alten Bekannten Daniel Drescher, 28, vom WAC. Leihspieler Luan könnte bleiben. Patrick Puchegger, 23, der in St. Pöltens Akademie begann, zuletzt bei Sturm aber keine Einsätze schaffte, soll die Lücke links hinten füllen.

Nachdem Kühbauer die Wende schaffte, wird sein Wunsch nach einem neuen (altbekannten) Assistenten erhört. „Wir sind bereits in Gesprächen mit Manfred Nastl“, bestätigt SKN-Manager Andreas Blumauer.

Martic zu Rapid?

Der SKN wird aber auch Leistungsträger verlieren. Vor dem größten Sprung steht der Sechser Manuel Martic, der direkt nach der Relegation seinen Spind räumte und mit Rapid einen ablösefreien Transfer verhandelt. „Martic ist ein Kandidat“, bestätigt Fredy Bickel. Der Rapid-Sportdirektor will als „Petsos-Nachfolger“ und Back-Up für Ljubicic aufgrund der Legionärssituation unbedingt einen Österreicher. Der ursprünglich vorgesehene Bosnjak scheiterte bei Neustadt und kam zu keinem Einsatz für den Zweitligisten.

Martic war lange am Knöchel verletzt, nach dem Comeback des 22-Jährigen hat der SKN kein Spiel mehr verloren. Mit seiner Ruhe am Ball könnte der 1,93-m-Mann sogar besser zum Ballbesitzspiel der Grünen als zum Abstiegskandidaten passen.

Stec nach Stettin

Eigenbauspieler David Stec folgt seinen polnischen Wurzeln und unterschreibt beim Elften Pogon Stettin: „Dieser Verein bedeutet mir so viel wie der SKN“, sagt der 24-jährige Rechtsverteidiger.

Ebenfalls schmerzen wird der Abgang von David Atanga. Die flinke Red-Bull-Leihgabe dürfte nicht mehr zu finanzieren sein und könnte (erneut) bei Mattersburg landen. Wo auch Innenverteidiger Michael Huber (will den Vertrag nicht mehr verlängern) im Gespräch ist.

Der Vertrag von Innenverteidiger Diallo wurde in beiderseitigem Einverständnis beendet. Für Stürmer Riski und Linksverteidiger Mehmedovic sollen noch Abnehmer gefunden werden.

In Wiener Neustadt hat (so wie Trainer Mählich) der halbe Kader keinen Vertrag. Mit Unterstützung der Politik kommt zwar das neue Stadion, aber an einem entsprechenden Kader zweifelt Mählich: „Das TV-Geld wird viel weniger, da dürfte für die Kampfmannschaft weniger als eine Million übrig bleiben. Wie soll man da angreifen?“ Oder wird durch die Klage wieder alles anders?