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01.05.2018

Marseille kopiert Lazio: Kein Training in der Red-Bull-Arena

Die Franzosen verzichten vor dem Semifinal-Rückspiel in der Europa League auf das obligatorische Abschlusstraining.

Es ist durchaus Normalität im Europacup, dass man 24 Stunden vor einem Spiel im gegnerischen Stadion trainiert, um sich so an die Bedingungen zu gewöhnen.

Bei Gegnern von Salzburg ist das momentan nicht so: Nach Lazio Rom vor dem Viertelfinal-Rückspiel vor drei Wochen verzichtet heute auch Olympique Marseille vor dem Semifinal-Rückspiel am Donnerstag (21.05 Uhr, live Puls4, Sky) auf das Abschlusstraining in der Salzburger Red-Bull-Arena.

Die Franzosen landen planmäßig heute erst um 18.45 Uhr am Salzburger Airport W. A. Mozart. Schon 45 Minuten später startet die obligatorische Pressekonferenz mit Olympique-Trainer Rudi Garcia und einem Marseille-Spieler im EM-Stadion. Danach findet nur eine kurze Rasenbesichtigung der kompletten Mannschaft statt.

Zweiter Besuch

Der Großteil der Olympique-Spieler hat aber auch schon Erfahrungen mit der Red-Bull-Arena gemacht: Ende September gab es in einem Gruppenspiel der Europa League eine 0:1-Niederlage. Das Salzburger Siegestor erzielte Munas Dabbur. Damals fand übrigens ein Abschlusstraining von Marseille in der Salzburger Arena statt.

Österreichs Meister trainiert schon um 17 Uhr – wie immer im Trainingszentrum Taxham auf der anderen Seite der Westautobahn. Auch sonst läuft die Vorbereitung ab wie bei jedem anderen Heimspiel: Die Spieler schlafen zu Hause, erst am späten Vormittag des Spieltages geht es in ein Hotel, wo Tageszimmer bezogen werden.

Es ist aber natürlich kein normales Match. Erstmals nach 22 Jahren könnte sich eine österreichische Mannschaft für ein Europacup-Finale qualifizieren. Rapid schaltete 1996 im Semifinale des Cup der Cupsieger Feyenoord aus. Nach einem 1:1 in Rotterdam wurde mit einem 3:0-Erfolg im Ernst-Happel-Stadion der Finaleinzug fixiert. Rapid benötigte nur die ersten 34 Minuten, um den Endstand durch Tore von Jancker (2., 34.) und Stumpf (32.) herzustellen.

Mit einem 3:0 würde auch Salzburg in das Finale am 16. Mai in Lyon einziehen. Und bei Red Bull sind die Verantwortlichen durchaus optimistisch, dass wie schon gegen die Römer, als mit einem 4:1-Heimsieg die 2:4-Auswärtsniederlage wettgemacht wurde, eine Aufholjagd gelingt.

„Es ist schon so, dass im Rückspiel etwas für uns möglich ist. Wir haben am Donnerstag die Chance, das Momentum auf unsere Seite zu ziehen “, meint Trainer Marco Rose, der auch wegen der Leistung in Marseille optimistisch ist: „Wir haben das Hinspiel über weite Strecken dominiert und Marseille im Griff gehabt.“

Rose kann bei der Aufstellung wieder aus dem Vollen schöpfen. Wie schon im Hinspiel sind alle Spieler fit – und das ist nach 56 Pflichtspielen in dieser Saison durchaus bemerkenswert.