Maierhofer soll Millwall vor dem Abstieg retten

Finale OEFB-Cup: Red Bull Salzburg - SV Ried
Foto: AP/Guenter Artinger Stefan Maierhofer hat wieder einen Klub.

Der Österreicher wechselt zum englischen Kultklub in die zweite Liga.

Bereits seit Sommer, seit seinem letzten Engagement beim 1. FC Köln, war Stefan Maierhofer ohne Klub. Am Freitag fand der 31-Jährige einen neuen Arbeitgeber. Maierhofer unterzeichnete beim Londoner Traditionsklub FC Millwall einen Vertrag bis Saisonende und soll mithelfen, den Abstieg der „Lions“  in die dritte englische Liga abzuwenden.

Derzeit liegt Millwall in der League Championship, in der 24 Klubs spielen, auf Platz 21 und damit nur einen Rang vor einem Abstiegsplatz. Bereits am Samstag wird der 19-fache ÖFB-Teamspieler nach nur zwei Trainings im wichtigen Spiel gegen Schlusslicht Charlton im Kader stehen.

„Für mich ist es wichtig, wieder täglich mit einer Mannschaft trainieren zu können und Spaß zu haben“, sagte Maierhofer zum KURIER. „Das ist eine tolle Truppe hier und ein geiler Coach, der mich unbedingt haben wollte“. Trainer ist Ian Holloway, der zuletzt Crystal Palace in die Premier League geführt hat.

Der gebürtige Niederösterreicher spielt in seiner Jugend unter anderem für die Vienna und Langenrohr, bevor es ihn 2005 nach Deutschland ins Regionalliga-Team des FC Bayern verschlägt. Herausragend ist die Körpergröße von 202 Zentimetern, nicht das fußballerische Talent des Stürmers. Und doch schafft er es in die Profi-Mannschaft der Bayern, für die er am 28. Oktober 2006 gegen Eintracht Frankfurt debütiert. Nach zwei Zwischenstopps in der zweiten deutschen Bundesliga kehrt Maierhofer im Jänner 2008 in die Heimat zurück, um fortan für den österreichischen Rekordmeister aufzugeigen. Die Rapid-Fans nennen die Verpflichtung "peinlich". Maierhofer zeigt sich unbeeindruckt. Groß, größer, am größten: Das Mundwerk des "Langen" passt sich in seiner Ausdehnung dem restlichen Körper an. Maierhofers Ansage über Rapid ins Nationalteam und eine europäische Topliga gelangen zu wollen, wird bestenfalls müde belächelt. Doch Maierhofer verliert das Ziel nie aus den Augen. Er kämpft sich mit vollem Einsatz in die Herzen der Rapid-Anhängerschaft, die ihn bald ... ... als Maskenmann feiert. Maierhofers Erfolg spricht für sich: In der Saison 2008/2009 wird der Niederösterreicher mit 23 Treffern Zweiter der Torschützenliste. Er schafft nicht nur den Sprung ins Nationalteam, sondern auch in die Premier League. Allerdings kann der "Lange" sich bei den Wolverhampton Wanderers kein Stammleiberl erkämpfen und landet nach kurzem Intermezzo bei Bristol City schließlich wieder in der zweiten deutschen Bundesliga. Mit dem MSV Duisburg erreicht er in der Saison 2011/2012 das Finale des DFB-Pokals. Mit vier Treffern trägt Maierhofer entscheidend zum Höhenflug Duisburgs bei, wird im Endspiel aufgrund einer Verletzung aber nicht eingesetzt. Im August 2011 wechselt der "Lange" nach Salzburg. Die Saison 2011/12 läuft so, wie sich ein Maierhofer das vorstellt. Mit Salzburg gewinnt er das Double und wird zudem Torschützenkönig in der Bundesliga. Doch in der nächsten Spielzeit muss der Kämpfer einige Rückschläge hinnehmen. Unter Trainer Roger Schmidt ist für Maierhofer kein Platz in der Startelf, er bekommt kaum Einsätze. Auch deshalb entscheidet er sich dafür, das nächste Kapitel seiner Karriere in Köln zu schreiben. Nach nur einem halben Jahr und einem erzielten Treffer muss der Angreifer den Zweitligisten verlassen. Sein Vertrag wird nicht verlängert. Nach einigen Monaten ohne Vertrag führt ihn sein Weg in die zweite englische Liga zu Millwall. Ebenfalls nur ein Kurz-Engagement. Im November 2014 entschließt sich schließlich Bundesliga-Schlusslicht Wr. Neustadt, den Hünen als Waffe im Kampf gegen Abstieg unter Vertrag zu nehmen. Anschließend geht's zurück nach Millwall, wo sein Vertrag im Sommer aber nicht verlängert wird.
(KURIER) Erstellt am
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