Buon Giorno: Der Indonesier Erick Thohir hat bei Inter das Sagen.

© APA/SALMOIRAGO PAOLO

Machtwechsel
09/22/2013

Ein Indonesier gibt bei Inter den Ton an

Der langjährige Präsident Moratti ist amtsmüde. Ein reicher Asiate übernimmt den Mailänder Verein.

Hätte Massimo Moratti doch nur schon vor drei Jahren den Spaß an seinem Lieblingsspielzeug verloren. Er wäre jetzt ein noch steinreicherer Mann, und Inter Mailand hätte einen noch höheren Preis erzielt. Doch seit dem Champions-League-Triumph 2010 ist der Traditionsverein tief gesunken, in dieser Saison spielt Inter gar nicht einmal mehr international. Wohl auch deshalb war dem indonesischen Milliardär Erick Thohir der angeschlagene Mailänder Klub „nur“ kolportierte 250 Millionen Euro wert.

Um diese Summe sicherte sich der Medienmagnat aus Fernost 70 Prozent der Klubanteile an Inter Mailand und beendete damit die lange Ära von Massimo Moratti, der 18 Jahre lang die Geschicke der Nerazzurri geleitet hatte. In der aktuellen Wirtschaftskrise blieb dem Präsidenten keine andere Wahl als der Notverkauf von Klubanteilen. „Wir müssen uns rüsten, damit Inter auf einem bestimmten Niveau bleibt“, erklärte Moratti.

Durch den Verkauf will er die Schulden von Inter tilgen, zudem erhofft er sich vom neuen Klubeigner aus Indonesien Investitionen für den Bau eines neuen, eigenen Stadions. Derzeit teilt sich Inter ja das Meazza-Stadion mit dem verhassten Stadtrivalen AC Milan, der finanziell ebenfalls nicht mehr auf Rosen gebettet ist, seit Silvio Berlusconi andere Sorgen hat.

Familiensache

Mit Moratti endet bei Inter Mailand die Ära einer Magnaten-Familie. Vater Angelo hatte den Verein bereits in den 50er- und 60er-Jahren geführt, Sohn Massimo war seit 1995 im Amt. In diesen 18 Jahren wurde Inter nicht nur fünf Mal italienischer Meister (2006, 2007, 2008, 2009, 2010) und gewann den UEFA-Cup (1998), der Mäzen, der sein Geld im Ölgeschäft verdient, ließ in seiner Amtszeit auch über eine Milliarde Euro springen und gönnte sich Superstars wie Ibrahimovic, Ronaldo und Eto’o.

Sein Nachfolger Erick Thohir entstammt einer der reichsten Familien Indonesiens. Neben dem Kaufpreis von 250 Millionen Euro hat sich der 43-jährige sportbegeisterte Multimilliardär auch bereit erklärt, für Inters 400 Millionen Euro Schulden geradezustehen.

Vereinsmeier

Inter Mailand ist nicht der erste bekannte Sportverein, bei dem der Indonesier seine Finger im Spiel hat. Vor zwei Jahren übernahm er mit Partnern – darunter US-Schauspielstar Will Smith – das NBA-Team der Philadelphia 76ers. Zudem besitzt Thohir in seiner Heimat zwei Basketballvereine und ist seit einem Jahr auch Eigentümer des amerikanischen Fußballklubs DC United.

Ganz ins Abseits stellen lassen will sich dann freilich auch Massimo Moratti nicht: Der langjährige Boss hat bereits angekündigt, Inter Mailand in einer Nebenfunktion die Treue zu halten. Für ihn ist die Rolle des Ehrenpräsidenten vorgesehen.

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