Sport | Fußball
23.12.2012

Machtkampf bei Real spitzt sich zu

Trainer Mourinho setzt Goalie Casillas auf die Ersatzbank - Real Madrid verliert 2:3 in Malaga.

Real Madrid verliert das letzte Spiel vor Weihnachten in Malaga mit 2:3, der Rückstand auf Erzrivalen Barcelona ist auf 16 Punkte angewachsen, die Chance auf die Titelverteidigung strebt eilig gegen Null.

Kein Wunder also, dass es bei Real hinter den Kulissen rund geht. Sichtbarstes Zeichen für den internen Machtkampf war Jose Mourinhos Entscheidung Torhüter und Real-Urgestein Iker Casillas auf die Bank zu verbannen. "Aus rein sportlichen Gründen", behauptete Mourinho vor dem Spiel gegenüber der spanischen Presse. Auf die Nachfrage, ob er denn Ersatz-Torhüter Antonio Adan für den besseren Torhüter halte, antwortete er trotzig: "Meiner Meinung nach ist Adan besser als Iker". Harte Worte über Casillas, den man bei Real "San Iker" nennt.

20 Millionen Euro Abfindung

Auch wenn sich Trainer und Goalie nie ganz grün waren - Mourinho hatte Casillas im vergangenen Jahr unverholen verdächtigt, Interna an die Presse weiterzugeben - liegt der Verdacht nahe, der Portugiese wolle seinen Rauswürf provizieren. Das sehen auch, laut einer Internet-Umfrage der spanischen Sportzeitung AS, die große Mehrheit der Fans so.

Finanziell wäre ein Rauswurf für Mourinho durchaus kein Verlust, laut AS müsste ihm der Verein 20 Millionen Euro Abfindung zahlen. Ob Mourinho im Frühjahr noch auf der Real Bank sitzt wird wohl nicht zuletzt davon abhängen, ob der Verein passenden Ersatz findet. Einer der Kandidaten, der deutsche Teamchef Joachim Löw, hat jedenfalls schon abgewunken.