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Sport | Fußball
05/19/2019

Die Wiener Austria darf von Europa träumen

Erfüllte Pflicht: Die Wiener schlagen Wolfsberg 2:0 und benötigen in der letzten Runde nur noch einen Punkt.

Die Wiener Austria ist mit einem 2:0-Sieg über Wolfsberg der direkten Europacup-Qualifikation einen Schritt näher gekommen. In der letzten Runde kann nur noch ein Szenario einen fixen internationalen Auftritt der Violetten in der kommenden Saison verhindern: Wenn die Wiener beim LASK verlieren, und gleichzeitig Sturm Graz in Wolfsberg gewinnt. Für die Austria ist sogar noch Rang drei und somit die Gruppenphase der Europa League möglich.

Es war ein durchaus pikantes Aufeinandertreffen zwischen Robert Ibertsberger und Christian Ilzer am Sonntag in Wien-Favoriten. Der eine ist aktueller Austria-Trainer, der andere kam als WAC-Coach zum Gastspiel in die Generali Arena, doch beide gelten als ernsthafte Kandidaten als künftiger Dompteur der Veilchen. Ilzers Aktien stehen in diesem Duell aktuell etwas besser als jene von Ibertsberger, wenngleich nichts fix entschieden ist.

Fu§ball, FK Austria Wien - WAC

Doch was, wenn Letzterer die Austria tatsächlich in den Europacup führt und somit das ausgegebene Saisonziel erfüllt? Will man ihn dann dennoch mit einem warmen Händedruck verabschieden? AG-Vorstand Markus Kraetschmer weiß, was für die Violetten auf dem Spiel steht: „Der kommende Trainer ist die wichtigste Personalentscheidung.“

Unansehnlich

In der ersten Hälfte gewann man absolut nicht den Eindruck, dass die Austria unbedingt siegen musste. Die lethargisch wirkenden Wiener hatten Probleme, vor eigenem Publikum das Spiel zu machen, konnten ihren Regisseur Grünwald kaum in Szene setzen. In 45 Minuten gelang mit nur drei offensiven Spielern in der Startelf kein einziger Torschuss. Eine spielerische Bankrott-Erklärung ohne Inspiration und Kreativität, Mittelstürmer Edomwonyi mimte den Alleinunterhalter ohne Unterstützung.

Die Gäste aus Wolfsberg standen als Tabellendritter nicht in der Pflicht, alles nach vorne zu werfen und sahen sich das Geschehen an. Mit Koita hatten sie einen Stürmer, der ab und an Gefahr andeutete. Hinten hatte Abwehrchef Sollbauer alles unter Kontrolle.

Ibertsbergers Kabinenansprache weckte offensichtlich die Gemüter der Spieler auf, bei den Austrianern war nun viel mehr Emotion und Präsenz in den Zweikämpfen im Spiel. So wie man sie von Beginn an erwartet hätte. Man verbuchte die erste Chance mit einem Kopfball von Borkovic (51.). Der erzeugte Druck trug wenig später Früchte, eine Cuevas-Flanke verwertete Edomwonyi per Kopf zum 1:0 (55.). Die ohnehin dankbaren Fans waren aus dem Häuschen.

Tolle Moral

Vor allem als Jeggo – völlig zu Recht für zwei dumme weil unnötige Fouls – nach einer Stunde mit Gelb-Rot vorzeitig duschen gehen musste. Jeggo raubte der Austria den numerischen Gleichstand, aber nicht den Schwung des Moments. 30 Minuten in Unterzahl standen nun bevor, aber keine Zitterpartie bis zum Schluss. Denn die Veilchen-Blüte ging weiter, Borkovic erzielte per Abstauber das 2:0 (67.). Von nun an wurde jeder gewonnene Zweikampf bejubelt – und am Ende der letztlich verdiente Sieg, da der WAC offensiv nichts anzubieten hatte.