Sport | Fußball
05.12.2011

Liga-Verfahren gegen Wacker-Spieler

Den Namen Kickers, gegen den ein Verfahren wegen rassistischer Aussagen eingeleitet wurde, will die Bundesliga vorerst nicht nennen.

Die Bundesliga hat in der Rassismus-Causa nach dem Spiel Wacker Innsbruck gegen Red Bull Salzburg ein Verfahren gegen einen Profi der Innsbrucker eingeleitet. Wie die Liga am Freitag bestätigte, wurden die Tiroler diesbezüglich informiert.

Nun wird beim Senat 1 (Straf- und Beglaubigungsausschuss) auf eine Stellungnahme vonseiten des beschuldigten Spielers gewartet. Den Namen des Betroffenen wollte die Bundesliga mit Hinweis auf die Unschuldsvermutung nicht nennen.

Im Finish und nach Schlusspfiff des Westderbys, das vergangenen Sonntag im Tivoli-Stadion ein 1:0 für die Salzburger gebracht hatte, hatte es auf dem Platz unschöne Szenen gegeben. Salzburgs Torhüter Eddie Gustafsson hatte im Anschluss daran vor laufender Kamera Georg Harding des Rassismus beschuldigt. Diese Vorwürfe zog der Schwede wenig später zurück.

Für die Liga war dies nicht genug, sie forderte von Gustafsson bis Donnerstag eine schriftliche Stellungnahme betreffend der mutmaßlichen rassistischen Äußerungen. Auf Basis dieser Aussagen wurde nun ein Verfahren "wegen des Verdachts auf rassistische Äußerungen" eingeleitet.

Überrascht

Wacker wurde am Freitagmittag von der Kunde aus Wien überrascht. "Man soll Beweise vorlegen. Ansonsten ist die Sache ziemlich dünn", meinte Trainer Walter Kogler in einer ersten Reaktion. Der Kärntner erklärte auch: "Diese Debatte war bei uns in dieser Woche überhaupt kein Thema."

Konsequenzen aus den Tumulten hatte der Strafsenat der Liga bereits am Montag gefällt. Salzburgs Verteidiger Ibrahim Sekagya wurde nachträglich wegen Tätlichkeit für drei Spiele gesperrt. Der Profi aus Uganda hatte Wackers Spanier Inaki Bea vom Schiedsrichter unbeobachtet mit dem linken Unterarm einen Schlag versetzt.

"Ich habe alles vergessen"

Sekagya hatte via Facebook, ohne einen Namen zu nennen, danach schwere Anschuldigungen erhoben. "Ich kann nicht tolerieren, wenn jemand etwas wegen meiner Hautfarbe sagt oder schlimmer noch, wenn dabei Worte über meine vor zwei Monaten verstorbene Mutter fallen. Jeder hätte an meiner Stelle so reagiert. Das ist mir in den letzten zehn Jahren meiner Profi-Karriere nicht passiert", schrieb Sekagya.

Bea ließ im Gegenzug am Montag via Twitter wissen: "Ich habe zu ihm nichts über die Rasse gesagt." Und plädierte noch vor der Sperre der Liga: "Das ist Fußball und ich habe alles vergessen. Er muss keine Strafe bekommen."