Sport | Fußball
30.05.2012

LASK: Abschied eines Traditionsvereins

Der LASK erhielt auch vom Ständig Neutralen Schiedsgericht keine Lizenz. Die Zukunft des Klubs ist ungewiss.

Das ist ein trauriger Moment", sagt Tormann Thomas Mandl. "Wir haben bis zuletzt gehofft, ich bin geschockt", erklärt Routinier Hannes Aigner.

Beim LASK fallen die Vorhänge. Bei jenem Klub, der 1965 als erster Nicht-Wiener-Klub österreichischer Meister war, der seit 1950 ständig Baustein der ersten- beziehungsweise zweiten Liga in diesem Lande war. Weil das Ständige Neutrale Schiedsgericht der Bundesliga die Klage des Erste-Liga-Klubs abgewiesen hat, erhalten die Linzer keine Bundesliga-Lizenz. LASK-Steuerberater Thomas Kabler erklärt: "Die Klage wurde abgewiesen, weil aus den vom Abschlussprüfer übermittelten Unterlagen das Prüfungsergebnis nicht ausreichend ableitbar war." Unterlagen hätten gefehlt, der Abbau des negativen Eigenkapitals wäre nicht klar dargestellt gewesen, hört man aus anderen Kreisen. Also ein Formalfehler.

In welcher Liga der LASK künftig weiterspielt, muss der Oberösterreichische Fußballverband entscheiden. Und wo, ist ebenso noch ungeklärt. Dazu kommt nämlich die Problematik mit dem eben erst renovierten Linzer Stadion. Denn seit Dienstag ist der LASK heimatlos. Der Klub hatte mit der Stadt Linz eine Zusage, die nur für den Profifußball gültig war. Aber wo spielt der LASK dann?

Niederlage

Das Urteil wird auch zur Niederlage für Vereinspräsident Peter-Michael Reichel, der den Klub Anfang des Jahrtausends allerdings vor dem finanziellen Ruin gerettet hatte, aber zuletzt von den eigenen Fans ständig zum Rücktritt aufgefordert wurde. Der Präsident war am Dienstag zu keiner Stellungnahme erreichbar, es scheint aber gesichert, dass der 59-Jährige den Klub auch in der Regionalliga führen wird, weil er sich bei einem Wechsel mit rund sechs Millionen Euro abfinden lassen will.

Trainer Walter Schachner ("Schade um die Mannschaft, sie hat zuletzt in der Meisterschaft große Moral gezeigt") wird Linz auf jeden Fall den Rücken kehren. "Ich bin offen für alle Angebote, auch für das Ausland." Freilich aber auch für die Austria. "Es hat noch kein Gespräch gegeben, aber es wäre eine Supersache, wenn ich zur Austria zurückkehren könnte", sagt der 55-Jährige. Nachsatz: "Wie ich gelesen hab’, wollen es auch viele Fans."

Welche Fans ihm nächste Saison zujubeln werden, weiß auch Tormann Thomas Mandl noch nicht: "Zunächst muss ich den Schock verdauen. Aber ich werde den Klub verlassen."

Vereinssuche

Auch der 33-Jährige ist für alle Angebote offen. "Ich bin sicher noch nicht zu alt für das Ausland." Mit seinem Berater wird der 13-fache Teamtormann ab Mittwoch beraten. Hannes Aigner erfuhr in der USA von der Lizenzverweigerung. "Ich muss das alles einmal verarbeiten. Aber in die Regionalliga möchte ich eher nicht gehen."

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