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Sport Fußball
12/05/2011

Kreuz: "Froh, wenn das Theater vorbei ist"

Coach Willy Kreuz trifft am Mittwoch mit Bad Vöslau auf Rapid Wien, denen er schon 1991 den Cup verderben konnte.

von Andreas Heidenreich

Ob er denn ein paar Minuten Zeit hätte? "Natürlich", sagt Willy Kreuz. "Ich hab' ja nix zu tun. Bin ein freischaffender Künstler." Keine Zeitungen, keine Zigaretten mehr zu verkaufen? "Nein, in der Trafik meiner Frau helf' ich nur mehr sporadisch aus", erzählt der 62-Jährige. "Die meiste Zeit geh' ich mit dem Hund. So wie jetzt gerade."

Am Mittwoch, wird der Hund in den Hintergrund treten. "Ich bin schon froh, wenn das ganze Theater vorbei ist", sagt Kreuz. Theater? Ein Schauspiel wird das allemal. Mit Trainer Willy Kreuz in der Hauptrolle. Die Auslosung im ÖFB-Cup wollte es so, dass sein ASK Bad Vöslau in der 2. Runde die Profis von Rapid empfängt.

Ausgerechnet Rapid

"Seit der Auslosung dreht sich alles nur um Rapid", sagt Kreuz. Ganz Bad Vöslau träumt von einer Sensation. Warum auch nicht?

Mit Überraschungen kennt sich Kreuz schließlich aus. Weil er dabei war, als Österreich 1978 in Cordoba die Deutschen besiegt hat. Und weil er 1991 der gefeierte Trainerheld war, als der SV Stockerau im Finale des ÖFB-Cups triumphierte. Gegen wen? Rapid natürlich.

Erfolgsserie

Ein gefeierter Mann ist Kreuz auch heute beim niederösterreichischen Landesligisten Bad Vöslau. 26 Spiele ohne Niederlage, davon 24 in der Meisterschaft, machen den ehemaligen Stürmer zum derzeit erfolgreichsten Trainer seiner 78er-Generation. Klar, dass er ein bisserl stolz ist. "Aber nicht auf mich, sondern auf die Mannschaft. Ich bin ja nur ein kleines Radl davon."

Doch was macht den Mann so erfolgreich? "Vielleicht ist es meine Art", sagt Kreuz. "Ich bin ehrlich, lustig und mach' oft einen Schmäh. Aber die Spieler wissen schon auch, wie weit sie gehen können." Auf Disziplin legt der einstige Legionär von Sparta und Feyenoord Rotterdam viel Wert. "Die steht bei mir an erster Stelle." Auch morgen, wenn seine Amateure den Profis gegenüberstehen.

Spekulation

"Zuletzt hat mir in der Meisterschaft ein bisserl der letzte Biss gefehlt", sagt der Trainer. "Aber ich versteh, dass sich vor diesem Spiel keiner verletzen will." Gegen Rapid wird der Biss bestimmt nicht fehlen. "Vielleicht können wir sie ein bisserl ärgern", spekuliert Kreuz. "Einen Funken Chance hast immer."

Das sieht auch Peter Schöttel so. "Bad Vöslau hat das Niveau eines Klubs aus der Regionalliga Ost. Und gegen einen Ostligisten kann es grauslich enden, wenn man nicht aufpasst", weiß der Rapid-Trainer. "Wir nehmen den Gegner absolut ernst." Auf einen Gegner, der mit Mann und Maus verteidigt, werden die Rapidler nicht treffen. "Dafür hätte ich gar nicht die richtigen Spielertypen", sagt Kreuz, der auf ein 3-4-3-System mit einem klassischen Libero setzt. "Wir werden schon ein bisserl Risiko nehmen und gleich vorne attackieren", macht Kreuz aus seiner Taktik kein Geheimnis.

Kein Geheimnis macht er auch aus seinen Vorstellungen vom neuen ÖFB-Teamchef. "Ich würd' eine österreichische Lösung bevorzugen. "Der Rehhagel kennt doch nicht einmal unsere Hymne." Vor allem vermisst der 56-fache Teamspieler aber den letzten Einsatz bei seinen Nachfolgern auf dem grünen Rasen. "Wenn ich in einem vollen Stadion spiel' muass' des Blut rinnen." So wie Mitwoch in Bad Vöslau.

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