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18.03.2018

Köln schlägt Leverkusen - und der HSV ist Letzter

Für den Hamburger SV wird es diesmal wohl kein Happy End geben: Dem Traditionsklub steht der Abstieg bevor.

Der 1. FC Köln ist nach einem verdienten 2:0 (1:0) gegen Bayer Leverkusen nicht mehr Schlusslicht der deutschen Fußball-Bundesliga. Köln gewann sein Heimspiel am Sonntag durch Treffer von Yuya Osako (9.) und Simon Zoller (69.) und zog mit nunmehr 20 Punkten am Hamburger SV (18) vorbei. Der Abstand zu Mainz auf dem Relegationsplatz 16 beträgt fünf Punkte.

Zugute kommt das auch Kölns-Ex-Coach Peter Stöger, der mit seinem nunmehrigen Club Borussia Dortmund seine Chancen auf einen Top-Vier-Platz verbessert hat. Während der BVB (48 Punkte) im ersten Sonntagsspiel Hannover mit 1:0 besiegt hatte, konnten die fünftplatzierten Leverkusener (44) keinen Boden gutmachen. Für die Verlierer stand in Köln ÖFB-Teamkicker Julian Baumgartlinger bis zur Pause auf dem Platz. Bayer musste allerdings nach der Roten Karte für Lucas Alario wegen eines Ellbogenchecks rund eine Stunde lang mit neun Feldspielern auskommen.

Leverkusener Ausschreitungen

Schon vor dem Spiel hatten am Samstagabend Anhänger der beiden Vereine in Leverkusen für unschöne Szenen gesorgt. Bei einer Massenschlägerei waren etliche Beteiligte verletzt worden. Etwa 250 Leverkusener Anhänger hätten beim Abschlusstraining ihrer Mannschaft zunächst Pyrotechnik abgebrannt. Der Rauch habe den Verkehr auf der Autobahn behindert. Stunden später seien dann mehrere Autos mit Kölner Anhängern erschienen, die von Leverkusenern angegriffen und beschädigt worden seien.

Dann seien 150 Kölner Störer auf die Leverkusener Anhänger zugestürmt. Diese hätten sich daraufhin maskiert und mit Latten und Verkehrszeichen bewaffnet. Das Geschehen habe sich dann über die Leverkusener Innenstadt ausgebreitet. Die Polizei stoppte 80 Kölner am Bahnhof Leverkusen und stellte eine 100 Mann starke Leverkusener Gruppe. Bei beiden Gruppen seien große Mengen Schlaggegenstände sichergestellt worden.

Hamburger Aufruhr

Ebenso am Samstag verloren einige Anhänger des HSV die Nerven. Nach dem 1:2 gegen Hertha BSC kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Randalierern. Ein Platzsturm und ein Eindringen in die Stadionkatakomben wurden verhindert. Die Polizei musste Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen. Neun Menschen wurden verletzt.

Die zarte Aufbruchstimmung beim Krisen-Klub HSV um den neuen Trainer Christian Titz ist damit schon wieder dahin. Misstöne gibt es nun auch im Team. Der in der Ehre gekränkte Kyriakos Papadopoulos polterte wegen seiner Verbannung auf die Ersatzbank: "Dass man die Erfahrenen, die letzte Saison den Klassenerhalt geschafft haben, nicht in die Mannschaft nimmt, kann ich nicht verstehen", grollte der Grieche. "Diese Aktion, immer etwas Neues zu versuchen, ist nicht das Beste."

Rein sportlich ist der HSV seit dem Kölner Sieg Letzter. Bei sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und nur noch sieben Partien kann nur ein gewaltiges Wunder den Klassenerhalt sichern.

Dortmunder Gnade

Drei Tage nach dem Europa-League-Out in Salzburg hat unterdessen Borussia Dortmund wieder einen Sieg gefeiert. Der Klub von Trainer Peter Stöger kam am Sonntag dank eines Treffers des Belgiers Michy Batshuayi (24.) zu einem 1:0-Heimerfolg über Hannover und ist damit weiterhin Dritter in der Tabelle. Unter Stöger ist der BVB in der Liga weiter ungeschlagen. Der Wiener stellte den zuletzt kritisierten Mario Götze wieder auf, der sich diesmal stärker als gegen Salzburg präsentierte.