Sport | Fußball
22.03.2018

Kapitän Baumgartlinger sieht ÖFB-Team "in der Findungsphase"

Der Team-Kapitän sieht den Test gegen Slowenien als Chance, das Gefüge "in die richtige Richtung zu lenken".

Die Wohlfühloase war gestern. Im österreichischen Fußball-Nationalteam ist unter Neo-Teamchef Franco Foda ein neuer Konkurrenzkampf entbrannt, den auch die verbliebenen arrivierten Spieler spüren. "Wir sind definitiv noch in einer Findungsphase", erklärte Kapitän Julian Baumgartlinger vor dem zweiten Länderspiel unter Foda am Freitag (20.45 Uhr/live ORF eins) in Klagenfurt gegen Slowenien.

Gute Ergebnisse und vor allem Leistungen gegen die Slowenen und am Dienstag in Luxemburg könnten den Prozess beschleunigen. "Es ist ein Neustart", bestätigte Baumgartlinger nicht nur hinsichtlich der personellen Zusammensetzung des Teams. "Wir haben auch beim Thema Taktik und Ausrichtung viele neue Inputs bekommen." Man habe auch gemerkt, dass Veränderungen notwendig gewesen seien.

Bis zum ersten Pflichtspiel am 11. September in der Nations League in Bosnien hat das ÖFB-Team noch fast ein halbes Jahr Zeit. "Wir wissen, dass noch ein bisschen Arbeit bevorsteht, aber dass wir auch jetzt diese Spiele nutzen müssen", betonte Baumgartlinger. Es gelte, das umzusetzen und zu optimieren, was bei der Foda-Premiere im November gegen Uruguay (2:1) teilweise schon gut funktioniert habe. "Jetzt ist der nächste Schritt, Fehler zu reduzieren."

Sloweniens Star-Keeper

Der Neustart beinhalte auch, dass sich alle Akteure neu ins System einfügen müssen. "Eine neue Gruppe entsteht. Da kann nicht vom ersten Tag an die selbe Stimmung und Vertrautheit herrschen, wie es schon einmal der Fall war", erklärte Baumgartlinger. Die vielen Tests - auch im Sommer mit dem von den Gegnern Russland, Deutschland und Brasilien her "qualitativ hochwertigen Lehrgang" - bieten aber eine Chance, diese wieder entstehen zu lassen.

"Die beste Hilfe dazu ist immer wieder das Ergebnis", meinte der ÖFB-Kapitän, der gegen Slowenien wie Bayern-Star David Alaba sein 60. Länderspiel bestreitet. "Wir haben die Chance, das gleich in die richtige Richtung zu lenken." Die Slowenen bezeichnete der 30-Jährige als "unangenehmen Gegner", der in der vergangenen WM-Qualifikation als Gruppenvierter teilweise unter Wert geschlagen worden sei.

Jan Oblak von Atletico Madrid ist für den Salzburger "einer der besten Torhüter, die es momentan gibt". In der Offensive sei Josip Ilicic von Atalanta Bergamo der Ausgangspunkt für fast alle Offensivaktionen. "Sie haben ein sehr gutes Umschaltspiel nach Balleroberung, da müssen wir aufpassen", warnte Baumgartlinger. "Wenn wir dominant spielen wollen, was unsere Identität ist, wird der Gegner auch versuchen, uns mit Nadelstichen wehzutun."

Fließender Übergang

Der Kapitän begrüßte die Breite, die durch die vielen nachdrängenden Spieler im Kader da sei. "Es ist eine Situation, in der viele Positionen offen sind. Wir werden sehen, wer sich etabliert bzw. wer etabliert bleibt." Das mache den Konkurrenzkampf auch für die arrivierten Spieler interessant. "Wir müssen Ergebnisse bringen, um zu beweisen, dass wir gut sind oder vielleicht sogar besser", meinte Baumgartlinger.

Auch den Teamneulingen Xaver Schlager und Peter Zulj bescheinigte der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen Qualität. Neu im Mannschaftsrat ist unter Foda Offensivstar Marko Arnautovic - für Baumgartlinger eine logische Konsequenz. "Er war die letzten Jahre auch schon ein wichtiger Bestandteil, auch ein Sprachrohr nach außen. Er ist ein Spieler, der immer auf dem Platz stand und daher auch wichtig war für uns."

Dem Spielergremium gehören neben dem Kapitän auch weiterhin Alaba und Innenverteidiger Sebastian Prödl an. Den Rest hat Foda noch nicht endgültig fixiert. Laut Baumgartlinger könnte auch noch der eine oder andere junge Spieler dazukommen. Der Übergang sei ohnehin fließend. Die Gruppe von Akteuren, die sich im Team einbringen, sei größer. Baumgartlinger: "Man kann Spieler aber auch in die Verantwortung nehmen dadurch, dass sie dabei sind."