Sport | Fußball
20.03.2018

Foda froh über die Qual der Wahl

"Die taktische Ausrichtung, die Verhaltensmuster oder auch die Spielprinzipien bleiben gleich", betont der Deutsche.

Teamchef Franco Foda ist guter Dinge, dass die österreichische Fußball-Nationalmannschaft seine Vorstellungen schnell umsetzen kann. Das anstehende Testspieldoppel am Freitag in Klagenfurt gegen Slowenien und am 27. März in Luxemburg will er nutzen, um möglichst allen Spielern in seinem 24-Mann-Kader eine Chance zu geben.

"Es gibt nichts Schöneres für einen Trainer, als wenn er die Qual der Wahl hat", meinte Foda am Dienstag in einer Pressekonferenz in Klagenfurt. Selbige hat der Deutsche fürwahr. Nach Kevin Danso hat ihm einzig Leipzig-Offensivmann Marcel Sabitzer wegen seiner Sprunggelenksverletzung für den zweiten Lehrgang seiner Amtszeit absagen müssen.

Die sechs Akteure, die am Sonntag im Ligaeinsatz waren, darunter auch Bayern-Star David Alaba, absolvierten auch am Dienstagvormittag noch ein reduziertes Programm. Foda war schon mit den ersten Einheiten auf dem Trainingsplatz neben dem Wörthersee-Stadion sehr zufrieden. "Die Mannschaft war sehr konzentriert, sehr fokussiert", lobte der 51-Jährige. "Sie hat sich sehr stark präsentiert und versucht auch Ideen umsetzen."

Eine defensive Dreierkette ist eine davon, beim Spielsystem will Foda auch innerhalb der Partien flexibel sein. "Aber die taktische Ausrichtung, die Verhaltensmuster oder auch die Spielprinzipien bleiben gleich", betonte der frühere Sturm-Graz-Coach. "Wir wollen immer versuchen, den Gegner früh unter Druck zu setzen, in Ballbesitz gut agieren, schnell nach vorne spielen, zielstrebig sein." Das sei unabhängig vom System.

 

"Extrem viele Freiheiten"

Das vertikale Spiel in die Tiefe versuchte Foda schon in der ersten öffentlichen Einheit vor etwas mehr als 100 Zaungästen lautstark zu forcieren. Die wenigen Trainings vor dem Slowenien-Test bereiten ihm keine Sorgen. "Ich bin der Überzeugung, dass die Qualität gut ist in unserer Mannschaft. Wir haben sehr viele gute, intelligente Spieler, so dass ich glaube, dass sie in der Lage sind, in kurzer Zeit auch diese Ideen im Spiel umzusetzen."

So klar die Vorgaben im Spiel gegen den Ball sind, in der Offensive will Foda auch die Eigenverantwortung fördern. "Im letzten Drittel, in der letzten Zone, ist auch Kreativität gefordert", erklärte der Teamchef. "Im Spiel mit Ball haben die Spieler bei mir extrem viele Freiheiten."

Ausleben lassen will er sie gegen Slowenien und Luxemburg von unterschiedlichem Personal. "Das Ziel ist schon, dass alle Spieler wenn möglich zum Einsatz kommen", sagte Foda. Man befinde sich noch in einer Testphase. "Ich werde noch das eine oder andere ausprobieren. Unabhängig davon wollen wir beide Spiele gewinnen." Ein entsprechendes Auftreten erwarte er auch von seinen Spielern. "Wir stehen in der Öffentlichkeit, wir vertreten ein ganzes Land."

17.000 Karten verkauft

Spannend ist neben der Anfangsformation vor allem die Frage, in welcher Rolle Alaba in seinem ersten Spiel unter Foda aufgeboten wird. Die Premiere des neuen Teamchefs im November gegen Uruguay (2:1) hatte der 25-Jährige verletzungsbedingt verpasst. Infrage kommt für Alaba neben der Mittelfeld-Zentrale etwa bei einer defensiven Dreierkette auch eine Position auf der linken Seite.

Für das Slowenien-Spiel waren bis Dienstagmittag 17.000 Karten verkauft. Am Sonntag hebt das Team dann von Klagenfurt aus nach Luxemburg ab. "Das sind auch schwierige Aufgaben", betonte Foda im Angesicht des folgenden Highlight-Sommers mit Heim-Testspielen gegen Russland (30. Mai), Deutschland (2. Juni) und Brasilien (10. Juni). Foda: "Das sind sicher große Herausforderungen für uns, aber jetzt gilt es einmal gegen Slowenien und Luxemburg zu spielen."