Poland vs Italy

Roberto Mancini hat ein wenig ausgeteilt, nun muss er sich wehren.

© EPA / Adam Warzawa

Sport Fußball
10/23/2020

Italien-Teamchef Mancini erntet Shitstorm wegen Corona-Witz

Roberto Mancini postete auf Instagram einen Comic, in dem das Virus verharmlost wird. Nicht alle finden es lustig.

Der Witz geht in etwa so: "Liegt ein Patient im Krankenhaus, neben ihm steht seine Pflegerin und hält ihm die Hand. Fragt sie ihn: 'Hast du eine Idee, wie du erkranken konntest?' Darauf antwortet der Patient: 'Beim Nachrichtenschauen!'"

Der Urheber des Comics ist uns nicht bekannt, der Mann, der den entsprechenden Comic mit Sprechblasen auf seinem Instagram-Profil veröffentlicht hat sehr wohl. Es handelt sich um niemand geringerem als Roberto Mancini. Der Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft sieht sich nun mit einer Shitstorm-Lawine auf seinen Social-Media-Profilen konfrontiert. Denn es ist eben nicht das erste Mal, dass der 55-Jährige in Sachen Corona in ein Fettnäpfchen getreten ist. 

"Entschuldigung"

Inzwischen ist das Instagram-Posting längst gelöscht, doch das Internet hat bekanntlich ein Langzeitgedächtnis. Mit dem Löschen seines Beitrags konnte sich Mancini nicht reinwaschen. Immerhin versuchte er wenige Tage später, diesmal auf Twitter, zu relativieren. 

"Ich habe doch nur eine Zeichnung geteilt, von der ich glaubte, sie entdramatisiere diesen so komplizierten Moment", schrieb der ehemalige Stürmer. Wenn er damit die Gefühle von Kranken verletzt habe, entschuldige er sich. Eine Entschuldigung, die man ihm nicht so leicht abkaufen kann - wenn man seine früheren Äußerungen zu diesem Thema kennt. 

Streitsüchtig

Erst kürzlich legte sich Mancini mit dem italienischen Gesundheitsminister an, nachdem dieser erklärt hatte, der Fußball sei keine nationale Priorität, die Schule aber schon. Deshalb seien die Schulen wieder offen, während in die Stadien maximal 1.000 Zuschauer dürfen. Italiens Teamchef erklärte darauf, der Minister möge nachdenken, bevor er rede. Die Italiener und Italienerinnen hätten auch ein Recht auf Sport, sagte er.

Auch den eigenen Arbeitgeber, den Fußball-Verband griff er hinsichtlich dessen an. Hinter dem Zuschauerverbot stünde ein viel größerer politischer Zusammenhang, glaubt er. Also fand er es für angebracht, auf seinem offiziellen Instagram-Account einen Beitrag mit dem Titel "Die Macht der Angst" zu teilen. "Um die Menschen zu versklaven, braucht man ihnen nur Angst zu machen", ist darin zu lesen. Dieser Satz erinnert doch starken an einen, der einem gewissen Hermann Göring während der Nürnberger Prozesse aus dem Mund entglitt: "Das Einzige, was man tun muss, um Menschen zu versklaven, ist, sie zu erschrecken".

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