SOS-Zeichen: Baten Irans Fußballerinnen in Australien um Hilfe?
Irans Spielerinnen salutierten wieder
Nach ihrem Aus bei der Asien-Meisterschaft haben die iranischen Fußballerinnen eine chaotische Abreise vom Stadion erlebt. Laut mehreren Videos blockierten Demonstranten den Teambus und sorgten rund eine Viertelstunde lang für Tumulte.
Einige der rund 200 Demonstranten sollen demnach gegen den Bus geschlagen und „Lasst sie gehen!“ geschrien haben. Daraufhin sei die Polizei eingeschritten.
Irans Teambus bei der Abreise vom Stadion
Darüber hinaus berichten Beobachter in sozialen Netzwerken davon, dass die Spielerinnen das SOS-Handzeichen aus dem Bus heraus signalisiert hätten. Dieses Handzeichen ist ein internationaler, diskreter Hilferuf bei Gewalt oder Bedrohung, besonders wenn man nicht laut um Hilfe rufen kann. Man hebt die Handfläche, klappt den Daumen nach innen und schließt die vier Finger darüber. Entsprechende Videoaufnahmen sind jedoch zu dunkel, um dies zweifelsfrei erkennen zu können.
Der Iran hatte zuvor in Gold Coast 0:2 gegen die Philippinen verloren und war damit beim Asien Cup punkt- und torlos ausgeschieden. „Wir wollen so schnell wie möglich in den Iran zurückkehren“, sagte die iranische Trainerin Marziyeh Jafari laut AAP danach. „Ich möchte bei meinem Land und den Iranern in meiner Heimat sein. Wir sehnen uns nach der Rückkehr.“
Rückkehr ungewiss
Allerdings war angesichts der dramatischen Lage im Iran zunächst offen, wie und wann das Team in die Heimat zurückkehren kann. Die Iranerinnen waren vor dem Beginn des Krieges zum Asien Cup gereist. Vor dem Anpfiff gegen die Philippinen hatten die Spielerinnen und die Trainerin wie schon zuvor beim Gruppenspiel gegen Gastgeber Australien die Nationalhymne gesungen und dazu salutiert.
Beim Auftaktspiel gegen Südkorea unmittelbar nach den Luftangriffen auf den Iran durch die USA und Israel hatte das Team mit einem stillen Protest ein gegenteiliges Zeichen gesetzt.
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