FUSSBALL-CHAMPIONS-LEAGUE: FC SALZBURG - LIVERPOOL  FC

Erling Haaland soll am Mittwoch viel geflogen sein.

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Sport Fußball
12/12/2019

Heißer Verhandlungstag: Haaland war in Leipzig und Dortmund

Am Tag nach dem Champions-League-Ausscheiden gegen Liverpool war der Salzburg-Star in Deutschland.

von Stephan Blumenschein

Am Dienstag war Erling Braut Haaland die Enttäuschung im finalen Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Liverpool. Beim 0:2 war er der schwächste Salzburger auf dem Spielfeld. Dass er nach seinen Knieproblemen noch immer nicht fit ist, war nicht zu übersehen. Nach 30 Minuten wirkte der Norweger bereits müde, nach 66 Minuten nahm ihn dann Trainer Marsch endlich vom Feld.

Am Tag danach hatte Haaland aber dann genügend Kraft, um einen Städtetrip nach Deutschland zu machen - und das vor dem letzten Bundesliga-Spiel der Salzburger am Samstag beim Überraschungsteam Hartberg.

Laut den Ruhrnachrichten wurde er auf dem Dortmunder Flughafen gesichtet. Dort soll der Stürmer von einem Mitarbeiter von Borussia Dortmund abgeholt worden sein, nachdem er mit einer Chartermaschine gelandet war.

Haaland war am Mittwoch aber nicht nur in Dortmund, sondern auch in Leipzig. Denn die Flugdaten jener Cessna 680, die am Mittwochabend noch aus Dortmund nach Salzburg geflogen und dort wieder um 19.50 Uhr gelandet war, geben Auskunft über einen flugreichen Tag.

Begonnen hatte dieser um 8.24 Uhr in Hannover. Von dort ging es nach Nizza ganz in der Nähe von Monte Carlo. Dort ist zufälligerweise der Wohnort von Mino Raiola, dem Transferberater von Haaland. Aus Frankreich flog die Maschine nach Salzburg, wo sie zu Mittag, nämlich genau um 12.08 Uhr, landete.

Vom Wolfgang-Amadeus-Airport ging es dann 21 Minuten später weiter. Von dort flog die  Maschine aber nicht direkt nach Dortmund, sondern erst Richtung Leipzig. In der Stadt im Osten Deutschlands ist auch der deutsche Red-Bull-Klub namens Rasen-Ballsport beheimatet, der sich ja ebenfalls um Haaland bemühen soll. Am Flughafen Leipzig-Halle stand die Maschine gute zweieinhalb Stunden. Erst um 15.53 Uhr ging es weiter nach Dortmund.

Der 19-jährige Norweger gilt als eine der heißesten Transferaktien in Europa. Von Salzburg war er im August 2018 um kolportierte fünf Millionen Euro verpflichtet worden. Er spielte allerdings noch die Saison für Molde BK fertig. Nach Salzburg kam er vor einem Jahr - allerdings war er nach einer Bänderverletzung nicht fit und kam im Frühjahr 2019 überhaupt nicht zur Geltung und wurde von vielen schon als Flop abgestempelt.

Erst in diese Saison startete er als Stammspieler und schlug gleich voll ein. Mit drei Toren in der ersten Hälfte seines ersten Champions-League-Spiels beim 6:2 der Salzburger gegen KRC Genk sorgte er auch international für Furore. Seitdem vergeht kein Tag, an dem es nicht irgendein neues Transfergerücht rund um Haaland gibt. Zwei der interessierten Vereine sind Leipzig und Dortmund. Seitdem hat der Norweger aber auch immer wieder gesundheitliche Probleme und konnte in drei Monaten nur drei Partien durchspielen.

Haaland steht  bei Salzburg eigentlich noch bis Sommer 2023 unter Vertrag. Eine Ausstiegsklausel soll es nun doch geben, diese aber erst zum ersten Mal im kommenden Sommer schlagend werden. Salzburg dürfte ihm aber auch im Jänner keine Steine in den Weg legen. Das ist nicht Vereinspolitik und wurde trotz eines finanziell lukrativen Angebots für alle Seiten erst einmal gemacht: im Sommer 2018 bei Stefan Lainer, der zu Napoli wechseln wollte. Für den Rechtsverteidiger gab es aber damals keinen sportlich adäquaten Ersatz. Das ist bei Haaland anders. Salzburg hat genügend starke Stürmer.

P.S.: Jene Insassen der ominösen Cessna 680, die nicht in Salzburg wohnen, mussten aber dort nicht übernachten. Denn um 20.06 Uhr ging es weiter nach Nizza, wo der anstrengende Flugtag am Mittwoch um 21.17 Uhr endete. Haaland hätte am Donnerstag frei gehabt, war aber trotzdem am Vormittag im Red-Bull-Trainingszentrum Taxham. Er musste sich einer Behandlung unterziehen. Seine neuerliche Verletzung, dieses Mal ist es eine Bauchmuskelzerrung, verhindert auch seinen Einsatz im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres am Samstag in Hartberg.