Sport | Fußball
05.12.2011

Haas: "Wir sind wieder so weit"

Roman Kienast fällt gegen Borisow aus. Sturm-Oldie Mario Haas könnte einspringen und seine Karriere krönen.

Und plötzlich taucht er wieder auf. Der Name Mario Haas. Wie immer, wenn ein Feuerwehrmann gebraucht wird.

Im stürmischen Angriff brennt es: Roman Kienast wird aufgrund eines Mittelfußknochenbruches nicht nur für das Match gegen Borisow ausfallen. Der potienzielle Ersatzmann Haas bekam zuletzt keinen Motivationsschub in der Bundesliga.

Beim 1:1 in Salzburg flog er mit Rot vom Platz. "Der Ausschluss war sehr hart", sagt der 37-Jährige über seine Attacke am Salzburger Brasilianer Jefferson. Der Bundesliga-Strafsenat sah es ein bisserl anders und sperrte Sturms Urgestein für zwei Spiele.

Für Haas und seine Kollegen zählt ohnehin nur das Spiel des Jahres. Am Mittwoch muss der Meister vor eigenem Publikum gegen Borisow ein 1:1 vom Hinspiel verteidigen. "Wir sind wieder soweit, die Mannschaft hat viel Qualität", sagt Haas, der die erfolgreichen Zeiten vor zehn Jahren, als sein Klub als bislang einziges österreichischen Team in die Zwischenrunde der Champions League einmarschierte, miterlebte. "Auch damals hatten wir ein Topteam, die Transferpolitik ist heute sinnvoller", vergleicht Haas einst und jetzt.

"Ähnlich stark"

"Heute schauen wir genau, ob ein Spieler auch menschlich zu uns passt", erklärt der Grazer und nennt den Serben Milan Dudic und Heimkehrer Jürgen Säumel als angenehme Beispiele. "Die beiden haben sich sofort eingefügt, so als ob sie immer schon bei uns spielen würden."

Mit der Mannschaft von damals will der Stürmer zunächst keine Vergleiche ziehen, räumt aber dann doch ein: "Damals hatten wir eine ähnlich starke Mannschaft, aber auch Legionäre, die nur zum Chillen in Graz waren."

Das Geheimrezept war damals aber das gleiche wie in den jüngsten Tagen: Ruhe. Auch, wenn Trainer Franco Foda öffentlich schimpft, in der Kabine hält sich der Deutsche aber zurück. "Foda versucht, den Druck von der Mannschaft zu nehmen - wie damals Ivica Osim."

Erfolgsrezept

Der Angreifer sieht vor allem ein Erfolgsrezept: die Verteidigung. "Mit Dudic ist es uns gelungen, kaum Torchancen zu zulassen. Wenn wir vorne unsere Chancen nützen, wird es gegen Borisow keine Probleme geben." Herrschaften, die offensiv stark sind, hätte Sturm genug. "Bei uns sind auch die Mittelfeldspieler Wolf, Hölzl und Weber sehr torgefährlich", meinte Haas.

Vielleicht sorgt ausgerechnet der Routinier für den größten internationalen Erfolg eines österreichischen Teams seit 2005, als mit Rapid der bislang letzte rot-weiß-rote Vertreter in der Königsliga aufspielen durfte. "Wer das Tor macht, ist egal. Aber der Einzug in die Gruppenphase wäre ein krönender Abschluss meiner Karriere", sagt Haas.

Zur Person

Urgestein: Sturm durch und durch
Mario Haas wurde am 16. September 1974 in Graz geboren. Schon als kleines Kind begann er bei Sturm mit dem Fußball spielen, 1993 debütierte er in der Kampfmannschaft. Bis auf zwei Ausflüge nach Frankreich zu Racing Straßburg (Juli 1999 bis Jänner 2001) und nach Japan zu Jef United (Jänner 2005 bis Jänner 2007) blieb er Sturm immer treu.

Haas wurde drei Mal Meister und vier Mal Cupsieger, hat in 431 Bundesliga-Spielen 143 Treffer erzielt. 1998/'99 und 2001 spielte der 43-fache Teamspieler (7 Tore) mit Sturm in der Champions League.

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