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Sport Fußball
10/15/2019

Geständnis: Kelvin Yeboah ist gar nicht der Sohn von Anthony Yeboah

Bei WSG Tirol glaubten alle, dass die Stürmer-Legende der Vater des 19-Jährigen sei - dabei ist er der Onkel.

von Christoph Geiler

Als der KURIER Kelvin Yeboah nach seiner Torgala beim 5:1-Cuperfolg gegen die Austria um ein Foto mit seinem Vater bat, stellte sich der 19-Jährige sofort an die Seite von Anthony Yeboah. Der mittlerweile 53-Jährige ist den meisten Fußballfans ein Begriff, Anthony Yeboah war Publikumsliebling bei Eintracht Frankfurt, Leeds United und dem HSV und einer der besten Fußballer, die Ghana hervor gebracht hat.

Eigentlich hätte Kelvin Yeboah für das Foto einen anderen Mann zu sich holen müssen. Denn der Stürmer von WSG Tirol ist gar nicht der Sohn von Anthony Yeboah, wie bisher alle gedacht haben. Im Fußballmagazin Kicker klärte der hochveranlagte 19-jährige Angreifer nun auf, dass die Stürmerlegende nicht sein Vater, sondern lediglich sein Onkel wäre. "Ich rufe Tony Daddy", erklärte Yeboah im Kicker, "er ist wie ein Vater."

Auch in Wattens war man baff erstaunt über dieses späte Geständnis des Angreifers. "Wir haben das nicht gewusst", erklärt Stefan Köck. Der Sportchef von WSG Tirol fiel aber keineswegs aus allen Wolken, vielmehr musste Köck "über diese Geschichte schmunzeln." 

Denn auch beim Klub hatte nie jemand irgendeinen Verdacht geschöpft. Auf Wikipedia wird Anthony Yeboah als leiblicher Vater angeführt, "Kelvin selbst hat ihn auch immer Papa, Papa, Papa genannt", erzählt Stefan Köck.

Der Hintergrund: Kelvin Yeboah hat ein großes Naheverhältnis zu seinem berühmten Onkel. "Er gibt mir wichtige Ratschläge", erklärte der 19-Jährige auch im KURIER-Interview. "Anthony Yeboah ist für ihn eine wichtige Bezugsperson", weiß Stefan Köck.

Kelvin Yeboah hat nach seinem späten familiären Outing keine Konsequenzen zu befürchten. Zumal er selbst den Verein auch nie in die Irre geführt hatte. "Er ist nicht zu uns gekommen und hat darauf hingewiesen, dass er der Sohn von Anthony Yeboah ist. Deshalb ist mir das komplett wurscht", sagt Sportchef Stefan Köck. "Und wenn jetzt der Maier Franz sein Vater wäre, würde das auch keine Rolle spielen. Hauptsache er spielt gut."