Sport | Fußball
04.07.2018

Galvão soll bei Rapid das Kapital für zwei Neue bringen

Der Abwehrchef wechselt zu Ingolstadt. Die Ablöse wird in zwei Legionäre investiert.

Nach zwei Tagen im Beobachter-Modus ist Fredy Bickel wieder in die Sportdirektoren-Pose gewechselt: Mit dem Handy am Ohr schleicht der Schweizer rund um den Trainingsplatz in Windischgarsten. Wenn es sich ausgeht, schaut der 53-Jährige noch auf sein Zweithandy in der anderen Hand. Es könnte ja eine Nachricht von diesem einen Kandidaten geben ...

Das beinahe zur Gänze angereiste Präsidium wirkt betrübt. Die schwere Verletzung von Andrija Pavlovic hat alle Planungen über den Haufen geworfen: Rapid wollte nach einem Konsolidierungsjahr groß angreifen, steht zwei Wochen vor der ersten Cup-Runde aber ohne fitten Mittelstürmer da.

Erste Belastung

Neuzugang Andrei Ivan, ebenfalls noch weit entfernt von 100 Prozent Fitness, spielte am Mittwochabend im ersten ernsthaften Test trotzdem 45 Minuten. Gegen Slavia Prag blieb er am Flügel ebenso wirklungslos wie das restliche "A-Team". In Wels stand es bereits zur Pause 0:2, Tschechiens Vizemeister war viel zielstrebiger.

Nach der Pause fielen im Duell der "B-Teams" keine weiteren Tore.

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Nicht mit dabei war Lucas Galvão. Der Grund: Rapid gab dem hartnäckigen Werben von Ingolstadt nach. Der erst im August um 900.000 Euro von Altach gekaufte  Abwehrchef soll das Kapital bringen, mit dem sowohl sein Ersatz als auch ein neuer, wirklich fitter Einserstürmer finanziert werden können. Verlangt werden drei Millionen Ablöse, der deutsche Zweitligist Ingolstadt bot ursprünglich zwei Millionen. Eine Einigung gibt es wohl dazwischen. Über die Ablösemodalitäten wurde jedenfalls Stillschweigen vereinbart, wie Rapid mitteilte. Galvão erhält bei den Deutschen einen Vertrag bis Sommer 2021.

Fredy Bickel meinte zum Abgang des Brasilianers: "Wir lassen Lucas Galvao nur schweren Herzens ziehen, da er sowohl sportlich als auch charakterlich sehr gut zu uns gepasst hat. Wir bedauern, dass er seinen klaren Wechselwunsch deponiert hat und kommen diesem nun entgegen, da die weiteren Rahmenbedingungen für den Transfer nun auch für uns zufriedenstellend sind."

Laut KURIER-Informationen haben sich die Wiener bereits auf einen Nachfolger festgelegt: wieder ein Legionär, wieder technisch stark, mit einem guten linken Fuß. Aber Galvãos Qualitäten im Spielaufbau werden kaum erreicht werden können.

Teurer Aufschlag

Für den Sturm verhandelt Bickel derweil mit den zwei, drei Kandidaten, die vom Scouting als unmittelbare Verstärkung eingeschätzt werden. Aber alle wissen: Rapid ist unter Druck – nur logisch, dass ein saftiger Aufschlag verrechnet wird.