Sanel Kuljic während des Prozesses in seiner 'Lieblingsstadt' Graz.

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Wettskandal-Prozess
08/21/2014

Mitangeklagter hält Taboga für "Schauspieler"

Der 36-jährige Serbe bekannte sich nicht schuldig, habe Kuljic aber bei legalen Geldübergaben unterstützt.

Der Prozess rund um den Fußball-Wettskandal ist am Donnerstag mit dem achten Verhandlungstag und der Befragung der zehn Angeklagten fortgesetzt worden. Am Vormittag musste sich ein 36-Jähriger Reinigungsfachmann verantworten. Er bekannte sich nicht schuldig und lieferte Richterin Elisabeth Juschitz zum Teil obskure Erklärungen für sein Engagement bei Geldübergaben zusammen mit Sanel Kuljic.

Der in Salzburg geborene Serbe ist ein Jugendfreund des Ex-Teamspielers und war seither immer mit ihm in Kontakt. Im November 2012 sollte er auf Bitten von Kuljic zu einem Treffen mit Dominique Taboga mitgehen. "Sanel sagte mir, der schulde ihm viel Geld und ich soll sagen, dass Sanel mir eines schuldet", erklärte der Beschuldigte. Die Anwesenheit eines Dritten, der auf das Geld warte, hätte "Eindruck" machen sollen. "Das war nicht, um Taboga Angst zu machen. Da gab es keine Drohungen", versicherte der 36-Jährige dem Gericht.

Tatsächlich soll es zu dem Treffen und etwa zwei Wochen später zu einer Geldübergabe gekommen sein. Der 36-Jährige habe ein Kuvert mit 15.000 Euro entgegengenommen. Als Taboga weg war, hätte er es Kuljic gegeben: "Meine Rolle war nach der Übergabe erledigt."

"Haben Sie Taboga gedroht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen?" fragte Juschitz. "Nein," antwortete der Angeklagte. "Wussten Sie von Spielmanipulationen? Haben Sie mit Schlägen gedroht? Haben Sie gesagt, beim letzten Spiel gewettet und verloren zu haben? Haben Sie Taboga je gesagt, sie wollen seiner Familie etwas antun?" wollte die Richterin weiter wissen. Jedes Mal lautete die Antwort "Nein. Das ist lächerlich von Taboga. Ich verstehe nicht, warum er das behauptet, ich werde daraus nicht schlau", meinte der Serbe. Er wundere sich über Tabogas "Fantasie" und glaube er sei ein "Schauspieler". Als "Geldeintreiber" sehe sich der Serbe nicht.

Der 36-Jährige mutmaßte, dass Taboga glaubte, er sei "der große Geldgeber", aber das sei nicht richtig. "Das ist alles erlogen und ausgedacht." Richtig sei aber, dass Taboga ihm mehrmals Geld überwiesen habe. Etwa 6.000 Euro habe sich der Beschuldigte vom Ex-Fußballer geliehen und ihm eine Rückzahlung mit Zinsen versichert. "Warum soll Taboga Ihnen nach nur zwei Treffen mit insgesamt vielleicht 45 Minuten überhaupt einen Cent leihen? Waren Sie ihm so sympathisch?" warf die Richterin ein. "Vielleicht dachte er, mit mir ein Geschäft machen zu können." "Sie sind Gebäudereiniger, Taboga Fußballer, welches Geschäft hätte das sein können?" "Das weiß ich nicht", meinte der 36-Jährige.

Zeugen

Wegen der ausführlichen Befragungen war das Gericht bis Donnerstag mit dem Verhandlungsplan bereits etwas im Verzug. Die mit Spannung erwartete Befragung des 51-jährigen Albaners werde daher erst am Montag, 25. August, stattfinden. Außerdem sollen da erste Zeugen gehört werden.

Am Dienstag hat Juschitz die damalige Mannschaft von Mattersburg - immerhin um die 30 Spieler - geladen. Fünf pro Stunde sollen aussagen. Als weitere Verhandlungstage sind vorläufig 9. bis 11. September geplant.

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