Warum Andreas Ogris 36 Jahre nach dem letzten WM-Sieg noch kickt
Voller Einsatz: Andreas Ogris bei der WM 1990
Andreas Ogris und Gerhard Rodax (gestorben 2022) erzielten die bis heute letzten Tore bei einem österreichischen WM-Sieg. Das war vor 36 Jahren in Florenz, als man in Unterzahl (Ausschluss Peter Artner) die USA 2:1 schlug.
Sprint übers halbe Feld, US-Abwehrrecken abgeschüttelt, Tor. Immer noch schwärmen ältere Fußballanhänger vom 1:0 durch Ogris.
Immer noch rennt dieser dem Ball nach.
Als drittältester neben Goalie Wolfgang Knaller (64) und Peter Pacult (66) will Ogris (61) gegen 20 Jahre jüngere im Sommer bei nicht weniger als 16 (oft ungeplant ernsten) Juxpartien spielen.
Wieder im Bilde: Die Sturmläufe von Andi Ogris (links) werden in Corona-Zeiten im TV aufgewärmt
Im Dress der Copa-Pele-Partie, die aus Ex-Internationalen besteht und viele Nostalgiker zu Provinzbühnen lockt. Samstag beginnt die Senioren-Serie in Irdning. Danach wird WM geschaut.
Andreas Ogris wirkte seinerzeit auch bei Dancing Stars mit
Ogris traut den Franzosen am ehesten den WM-Titel zu. „Vorausgesetzt, sie bündeln die Kräfte und verstehen sich untereinander gut.“
Andreas Herzog hingegen hält weniger Frankreich und erst recht nicht Deutschland für den Topfavoriten. Allein schon aus Sympathien für Brasiliens italienischen Teamchef Carlo Ancelotti tippt der medial omnipräsente Herzog auf die Ballzauberer vom Zuckerhut.
1998 hatte Herzog per Elfer gegen Italien in Paris beim 1:2 Österreichs letztes WM-Tor erzielt. 2026 sagt der 103-fache Internationale: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich als 57-Jähriger noch amol verliehen werde.“
Von seinem Arbeitgeber Sky, für den er Bundesliga und Champions League analysiert, zum ORF für die WM in den USA. Dort hat Herzog Heimvorteil. Dort ließ er 2004/’05 in LA die Karriere ausklingen. Dort wurde er später Co von Teamchef Jürgen Klinsmann. Dort wird er das ÖFB-Team bis zum letzten Antreten begleiten.
Andreas Herzog mit David Alaba und Marko Arnautovic
Was Ogris und Herzog nebst einem guten Schmäh gemeinsam haben? Die Zuversicht, wonach Österreich „auf jeden Fall die Vorrunde übersteht“.
An Ralf Rangnick beeindruckt sie, wie es der Deutsche beherrscht, rund um sein Team eine Wohlfühloase zu schaffen, indem er kostenintensive Dinge durchsetzt, die bislang beim ÖFB undenkbar waren.
Wobei es auch anderen kritischen Fußball-Oldies auffällt, dass immer dann, wenn eine Vertragsverlängerung mit Rangnick ansteht, ausländische Mitbewerber bekannt werden. Einmal Bayern, aktuell Milan.
In diesem Sinne wird mit ein bissel süffisantem Unterton gehofft, dass die Taktik Rangnicks nicht nur beim Pokern, sondern auch auf dem Spielfeld aufgeht.
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