Sport | Fußball
27.06.2017

Slowakischer Regierungschef protestierte bei UEFA

Fico schickte einen offenen Brief an UEFA-Präsident Ceferin nach dem U21-EM-Aus der Slowaken. Er will 35 Jahre nach Gijon wieder einen "Nichtangriffspakt" gesehen haben.

Der slowakische Regierungschef Robert Fico hat nach dem Aus der Slowakei bei der U21-Fußball-EM mit einen offenen Brief an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gegen das Verhalten von Deutschland und Italien protestiert. Das "mit passiver Hinhaltetaktik" über die Zeit gespielte Ergebnis (0:1), das beiden Teams auf Kosten der Slowakei den Halbfinal-Einzug sicherte, habe "nichts mit Fair Play zu tun."

Fico forderte am Montag den Präsidenten der Europäischen Fußball-Union auf, Maßnahmen zu ergreifen, die künftig ein ähnliches Verhalten unmöglich machten. Schon zuvor hatte der slowakische U21-Nationaltrainer Pavel Hapal scharfe Kritik geübt. "Das, was die Deutschen und Italiener vorgeführt haben, war eine große Schande", sagte der Coach. DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch hatte Vorwürfe zurückgewiesen, Deutschland und Italien hätten in der Schlussphase der Partie eine Art Nichtangriffspakt geschlossen. Die Slowakei schied aufgrund des Resultats aus.

Die Diskussionen lassen Erinnerungen an die "Schande von Gijon" von 1982 wach werden. Vor 35 Jahren unterlag Österreich bei der Fußball-WM in Spanien Deutschland mit 0:1, das beiden Teams den Aufstieg in die nächste Runde ermöglichte. Nach dem frühen Treffer von Hrubesch hatten beide Mannschaften damals ihre Angriffsbemühungen eingestellt.