Aufregung nach dem Spektakel: Real-Stars schimpfen über Referee

Obwohl Real Madrid bei zwei Treffern selbst Glück hatte, stand Referee Vinčić nach dem 4:3-Sieg der Bayern im Zentrum der Kritik.
Vinčić zückt die Rote Karte

Für Trainer Álvaro Arbeloa war der Schuldige am Champions-League-Aus von Real Madrid in München schnell gefunden. „Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden“, klagte Arbeloa nach dem 3:4 (3:2) gegen den FC Bayern Slavko Vinčić an. Der Slowene hatte Real-Profi Eduardo Camavinga in der 86. Minute beim Stand von 3:2 für Real die Gelb-Rote Karte nach einem Foul an Harry Kane gezeigt. Bekommen hatte er die zweite Gelbe wohl deshalb, weil er den Ball nach dem Foul mitgenommen hatte und somit Zeit geschunden hatte. Die Zeichen standen zu jenem Zeitpunkt nach dem 2:1 der Bayern im Hinspiel auf Verlängerung.

Arbeloa kritisierte: „Unbegreiflich, es tut weh.“  In Überzahl schlugen die Bayern durch Luis Díaz und Michael Olise noch zweimal zu und zogen noch in der regulären Spielzeit ins Halbfinale der Champions League ein. „Das Spiel hat sich mit dem Platzverweis entschieden. Es war ein Fehler des Schiedsrichters. Unbegreiflich. Es tut einfach weh und es ist unfair“, sagte Arbeloa. „Natürlich müssen wir auch dem FC Bayern gratulieren“, sagte der 43-Jährige in der Pressekonferenz nach dem unglücklichen Aus der Königlichen. 

Für seine Attacken nach dem Schlusspfiff sah auch noch Doppeltorschütze Arda Güler die Rote Karte vom Referee. 

„Es ist aber eine schlechte Art und Weise, wie wir hier ausgeschieden sind. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“ Arbeloa hatte im Januar Xabi Alonso als Trainer abgelöst. 

Die Real-Stars sprachen nach der Partie kaum etwas. „Joke“ sagte Jude Bellingham im Vorbeigehen zu den Journalisten. „Das ist ungerecht“, sagte Eder Militao. „Ich rede heute besser nicht“, meinte Tony Rüdiger.

Spanische Pressestimmen

Vielsagender waren die spanischen Medien.  Marca schrieb: „Welch eine Ungerechtigkeit! (...) Real Madrid verabschiedet sich mit Würde. Die Königlichen gehen mit 3:2 in Führung und halten bis zur 89. Minute gegen Bayern mit, nachdem Vinčić nach einem kindischen Foul Camavinga lächerlicherweise vom Platz stellt. Ein Doppelpack von 
Arda, ein Tor von Mbappé und ein würdiger Abschluss eines enttäuschenden Jahres.“

AS: „Ehrenvoller Abschied in München. In der Allianz Arena trieben sie die Deutschen in einem heldenhaften Spiel an ihre Grenzen, mit einem nie dagewesenen Maß an Aufopferung - und das nach einem Platzverweis für Camavinga, der einer Beschwerde bedarf. Eine willkürliche Entscheidung von Vinčić, kurioserweise Landsmann von Ceferin (Anm. UEFA-Präsident), die wohl ein wunderschönes Duell entschied, in dem Real Madrid dreimal in Führung lag. Das weiße Team wird mit der Bitterkeit zurückbleiben, nicht das ganze Jahr über so stark gewesen zu sein wie in München.“

Eigene Realität

Die Madrilenen ließen in ihrer Kritik außer Acht, dass bei zwei ihrer Tore auch der VAR eingreifen hätte können, und auch sie bei Referee-Entscheidungen Glück hatten. Doch der Klub hat 2024 und 2025 bei der Gala zum Weltfußballer des Jahres gezeigt, dass er sich seine eigene Realität aufgebaut hatte. Real kam erst gar nicht zur Gala, weil kein Spieler des Klubs die Wahl gewinnen sollte.
 

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