Sport | Fußball
31.03.2017

Platini sollte Blatters "letzter Skalp" sein

""Er ist der größte Egoist, den ich in meinem Leben gesehen habe", kritisiert der Franzose den Schweizer und auch die FIFA.

Der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini hat gegen den Fußball-Weltverband FIFA und dessen Ex-Boss Joseph Blatter schwere Vorwürfe erhoben. In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Monde meinte Platini über den Schweizer: "Er ist der größte Egoist, den ich in meinem Leben gesehen habe. Er hat immer gesagt, dass ich sein letzter Skalp sein werde."

Platini war wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken (1,83 Mio. Euro) von Blatter aus dem Jahr 2011 zunächst von der FIFA-Ethikkommission für acht Jahre gesperrt worden. Der Bann wurde im Mai des Vorjahres durch die Berufungskommission und den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) um je zwei auf insgesamt vier Jahre reduziert. Platini erklärte daraufhin seinen Rücktritt von der UEFA-Spitze.

Verantwortlich für seinen Abstieg seien oberste Stellen im Weltverband. "Sie haben nach etwas gesucht, um mir zu schaden", erklärte Platini. "Die verschiedenen internen Instanzen der FIFA wurden von Leuten, die die Fäden zogen, ausgenutzt. Ich lebte in der Hoffnung, dass sie die Wahrheit sagen würden, aber das ist nie passiert." Er wisse noch immer nicht, was er falsch gemacht habe.

Darüber hinaus kündigte Platini an, den Kampf gegen seine Sperre fortzusetzen: "Es ist noch nicht vorbei."

Abgeschlossene Untersuchung

Vorbei ist hingegen nach 22 Monaten die interne Untersuchung der FIFA zum Korruptionsskandal. Es seien mehr als 1300 Seiten Berichte mit über 20.000 Seiten Beweismaterial im Anhang an die Schweizer Behörden übermittelt worden, teilte die FIFA mit. Inhalte der Untersuchungen wurden allerdings nicht öffentlich gemacht. Dies sei aufgrund der laufenden Strafuntersuchungen der Schweizer Bundesanwaltschaft und des US-Justizministeriums untersagt.

„Die FIFA hat sich zu einer sorgfältigen und umfassenden Untersuchung der Fakten verpflichtet, um allfällige Schuldige zur Rechenschaft zu ziehen und mit den Behörden zusammen zu arbeiten“, sagte Infantino.

In der Schweiz läuft ein Verfahren wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Weltmeisterschaften von 2018 und 2022. In den USA gab es seit Ende Mai 2015 mehr als 40 Anklagen unter anderem wegen Bestechung, Erpressung und Geldwäsche.