In der Bundesliga läuft es für Mats Hummels (li.) und Borussia Dortmund momentan nicht nach Wunsch. Trotzdem lässt der 25-jährige Innenverteidiger gerade jetzt durch einen Treueschwur zum BVB aufhorchen. Die Möglichkeit zur sportlichen Trendwende gibt es am Samstag gegen die Stöger-Elf vom 1. FC Köln.

© REUTERS/INA FASSBENDER

Deutsche Bundesliga
10/17/2014

Mats Hummels lockt kein Geld der Welt

Der Verteidiger "verdient auch in Dortmund genug" und hofft im Spiel gegen Stögers Köln auf eine Trendwende.

von Niklas Steiner

25 Jahre jung, einen aktuellen Marktwert von 35 Mio. Euro, Fußball-Weltmeister und einer der besten und gefragtesten Innenverteidiger auf Erden - die Rede ist von Mats Hummels.

Selbst ein Idol für viele junge Spieler, gibt es auch für ihn immer noch Fußballer, für die er ins Schwärmen gerät. Begeisterung zeigt er vor allem für Kicker, die ihren jeweiligen Klubs für immer treu geblieben sind, wie zum Beispiel Paolo Maldini oder Steven Gerrard. Auch Hummels' Karriere liest sich bis jetzt wie ein sportliches Märchen und doch läuft's gerade nach dem Weltmeistertitel alles andere als rund beim BVB.

Fehlstart

Gerade mal sieben Punkte aus sieben Spielen fuhr die Truppe um Coach Jürgen Klopp bis jetzt ein. Die Schwarz-Gelben findet man derzeit auf Tabellenrang 13, weit abgeschlagen vom Dauerrivalen aus dem Süden der Bundesrepublik, dem FC Bayern München. Der Klub, bei dem auch der österreichische Ausnahmekicker David Alaba seine Brötchen verdient, lächelt mit 17 Punkten schon wieder von der Spitze der Tabelle. Und dem nicht genug: An den vergangenen beiden Spieltagen musste der BVB zwei äußerst schmerzhafte Niederlagen einstecken.

Einerseits die bittere 1:2-Derbyniederlage gegen Schalke 04, andererseits eine 0:1-Heimpleite gegen Tabellenschlusslicht HSV. Gravierende individuelle Fehler, auch einige ungewohnte von Mats Hummels, führten zu der Niederlage. Der sonst so souveräne und kompromisslose - 1,92m große - Verteidiger fand überhaupt nicht in die Partie und zeigte sich äußert unsicher und fehleranfällig, auch seine starken Aufbaupässe waren Mangelware.

Genau zehn Jahre ist es her, dass Dortmund zuhause gegen einen Tabellenletzten verloren hat - auch damals sorgte der HSV für finstere Mienen im Ruhrpott.

Negative Begleiterscheinungen

Zu hoher Bekanntheitsgrad und zu hohe Belastung - mangelnde Konzentration, Fehler und Verletzungen sind die Folge. Klare und offene Worte findet Hummels immer wieder auch bezüglich der Schattenseiten des Fußballgeschäftes. Der Weltmeister beklagt sich vor allem über die mangelnde Privatsphäre nach dem Sieg in Brasilien, wo die Popularität der deutschen WM-Helden ins Unermessliche gestiegen ist - auch ein WM-Titel hat seine Schattenseiten.

Mit seinem Bruder, der für Unterhaching in der 3. deutschen Liga spielt, wäre der 25-Jährige des Öfteren bereit die Rollen zu tauschen. "Das Erste was ich von meinem Job hergeben würde, das wäre, dass man mich in der Öffentlichkeit erkennt", meinte Hummels kürzlich im Focus.

Treueschwur gegenüber dem BVB

Ungewohnt schwierige Zeiten für Hummels und den BVB - umso erstaunlicher, dass er gerade jetzt durch einen Treueschwur zu Borussia Dortmund aufhorchen lässt. In den letzten Monaten rissen die Spekulationen über einen möglichen Wechsel in die Premier League zu Manchester United nicht ab. Der Innenverteidiger, der 2008 bei einem Marktwert von 250.000 Euro von Bayern München nach Dortmund ausgeliehen wurde, gilt als Wunschkandidat von ManU-Trainer Louis van Gaal. Zumindest vorerst erteilt er den Spekulationen jedoch eine klare Absage.

Der 25-Jährige kann sich sogar vorstellen, den Rest seines Fußballer-Lebens das schwarz-gelbe Trikot überzustreifen. "Es wird immer jemanden geben, der mehr als der BVB zahlen kann. Aber Dortmund hat während meiner Jahre hier große Fortschritte gemacht. In jedem Fall glaube ich, dass es genug für mich ist. Es ist schön zu hören, dass große Vereine an einem interessiert sind. Ich nehme das als Kompliment, aber es beeinflusst mich in keiner Weise. Wir verdienen hier in Dortmund genug", bestätigt Hummels imBundesliga Magazin International.

Aussagen, mit denen sich der Innenverteidiger in Dortmund noch beliebter macht, als er ohnehin schon ist. Aussagen, die man heutzutage im stark kommerzialisierten Fußball-Business eher selten zu hören bekommt. Aussagen, die Respekt und Anerkennung verdienen.

Tabellen-Nachbarn

Die Möglichkeit zu einer sportlichen Trendwende bekommen Hummels und der BVB am Samstag gegen die Aufsteiger-Elf von Peter Stöger. Auswärts geht es gegen den 1. FC Köln ran. Auch die Kölner glätzten nicht gerade mit einem Traumstart - die Mannschaft von Stöger feierte in sieben Spielen bisher nur einen Sieg und liegt mit sechs Punkten und Rang 14 nur einen Platz hinter den Borussen.


Die sportliche Laufbahn des Mats Hummels:

Stögers Kölner im Herbst der Wahrheit

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