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Fulminanter Start des FC Wacker: Was hinter dem 5:0-Kantersieg steckt

Zweitliga-Aufsteiger Wacker Innsbruck fertigte in der ersten Runde Bregenz mit 5:0 ab. Dabei präsentierten sich die jungen Innsbrucker extrem effizient und abgebrüht.
Christoph Geiler aus Innsbruck
Die Wacker-Fans hatten allen Grund zum Jubeln

Wenn der Spruch Gültigkeit hat, dass man aufhören sollte, wenn es am Schönsten ist, dann müsste Alexander Joppich (31) unverzüglich seinen Spind in der Wacker-Kabine räumen und in seinen Brotberuf als Buchhalter wechseln.

Ohne dem Dauerläufer des FC Wacker Innsbruck nahetreten zu wollen: Aber ein Tor, wie es ihm am Freitag beim 5:0 gegen SW Bregenz gelungen ist, wird Alexander Joppich in seiner Karriere wohl nie mehr erzielen.

Alexander Joppich erzielte einen Treffer Marke Tor des Monats

Alexander Joppich erzielte einen Treffer Marke Tor des Monats

Prädikat sehenswert

Als der 31-Jährige kurz vor der Pause per Dropkick aus 20 Metern abzog, gab es in Wahrheit nur zwei Optionen: Entweder der Ball fliegt über die Südtribüne auf die Inntalautobahn, oder er schlägt ein.

Joppichs Schuss landete direkt im Kreuzeck (44.) - und kein Tor hätte diese perfekte Rückkehr von Aufsteiger Wacker Innsbruck in der 2. Bundesliga besser darstellen können. 

4.244 Zuschauer

„Die Innschbrugga sind wieder da“, skandierten die 4.244 Fans im Tivolistadion. Und tatsächlich hat sich der Traditionsklub mit einem Paukenschlag im Profifußball zurückgemeldet, nachdem der FC Wacker im Sommer 2022 nach einem Konkurs (der GmbH) und Zwangsabstieg in der 5. Liga aufgeschlagen war.

Vier Jahre später präsentierte sich der Aufsteiger beim 5:0-Kantersieg im ersten Saisonspiel gegen SW Bregenz gnadenlos effizient und ließ bei diesem Auftritt schon tief blicken. 

Denn die junge Innsbrucker Mannschaft hat gegen die Bregenzer Weltauswahl, in der mit Lars Nussbaumer nur ein Vorarlberger stand, schon einmal ihre Vorzüge gezeigt.

In Sachen Intensität und Laufstärke wird in der 2. Bundesliga wohl kaum ein Team an den FC Wacker herankommen. Cheftrainer Sebastian Siller fährt seit Jahren ein herausforderndes Programm und fordert seinen Spielern alles ab. 

Das macht sich nun in der 2. Liga bezahlt - die Bregenzer konnten nach dem 0:1 durch Florian Kopp nicht mehr mit den Innsbruckern Schritt halten.

3 Tore nach Standards

Auffällig ist auch die Stärke des FC Wacker bei Standardsituationen. Schon in der Regionalliga West hatten die Innsbrucker im Frühjahr zahlreiche Tore nach ruhenden Bällen erzielt, gegen Bregenz hatten gleich drei Treffer ihren Ursprung aus Standards.

Die einstudierten Varianten haben sich genauso bewährt wie die defensive Transferpolitik. Was war die sportliche Führung des FC Wacker nicht hinterfragt und gescholten worden, weil im Sommer keine namhaften Neuzugänge geholt wurden?

Bewährte Kräfte

Coach Sebastian Siller setzt auf bewährte Kräfte und schenkt den Spielern das Vertrauen, die in den letzten Jahren die Titel in der Regionalliga Tirol und der Regionalliga West eingefahren haben. Mit Goalie Juri Kirchmayr und Mittelfeldmann Robin Littig standen gegen Bregenz nur zwei Neuzugänge in der Startelf.

Der Unterschied war frappant: Da die Bregenzer, die etliche neue Spieler aus Japan und Brasilien aufs Feld schickten, dort die Innsbrucker, bei denen nach einem verhaltenen Start ein Rädchen ins andere griff - und bei denen einige Spieler zeigten, dass sie durchaus zu Höherem berufen sind.

Es liegt auch und vor allem am deutschen Abwehrchef Phil Kunze, dem Torschützen zum 5:0, dass Coach Sebastian Siller sagt: „Unser Prunkstück ist die Defensive.“ Im wackeren Mittelfeld ist Mouhamed Sy, Torschütze zum 3:0, eine auffallende Erscheinung.

Keine Luftschlösser

Es passt zur neuen Philosophie rund um den FC Wacker, dass nach dem Kantersieg keine Luftschlösser gebaut werden und sich alle in Zurückhaltung üben. „Wir sind ein bodenständiger Verein“, wird Präsident Hannes Rauch nie müde zu betonen.

Ein bodenständiger Verein, der nach oben strebt. Deshalb werden im Sommer auch noch zwei bis drei neue Spieler geholt. Keine Altstars, keine Topverdiener, sondern Spieler, die in dieses funktionierende Kollektiv passen.

Wie meinte Sebastian Siller doch gleich: „Ein Spieler, der zu uns will, muss sportlich, wirtschaftlich und charakterlich reinpassen. Sonst macht das keinen Sinn.“ 

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