Klage gegen die FIFA: Sind die Tickets für die WM 2026 zu teuer?
Infantino, der FIFA-Boss und Trump-Fan
Zweieinhalb Monate vor der WM werden die Aufregungen um die Weltmeisterschaft nicht weniger. Aktuell geht es nicht um den Iran und ein fragliches Antreten in den USA, sondern um die FIFA selbst.
Beschwerde eingelangt
Die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers und Football Supporters Europe haben bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen die FIFA eingelegt.
Es geht um die auffallend hohen WM-Ticketpreise, die im Vergleich zu 2022 deutlich gestiegen sind.
Die FIFA missbrauche ihre Monopolstellung, um Fans überhöhte Preise und unfaire Bedingungen aufzuzwingen, wird erwähnt. „Die FIFA hat ein vollständiges Monopol auf den Ticketverkauf für die Weltmeisterschaft“, sagte Romane Armangau als Sprecherin von Euroconsumers.
„Sie nutzt diese Marktmacht, um Preise zu verlangen, die in einem normalen Wettbewerbsmarkt nicht existieren würden, während sie gleichzeitig Informationen vor den Käufern zurückhält und sie zu überstürzten Entscheidungen drängt.“
Eine Kommissionssprecherin bestätigte, dass die Beschwerde eingegangen ist.
Sie werde nun nach den üblichen Verfahren geprüft. Dabei entscheidet die Kommission, ob sie eine formelle Untersuchung einleitet.
Verstoß gegen Wettbewerbsrecht?
Falls bei der Prüfung ein Verstoß gegen Wettbewerbsrecht festgestellt wird, kann die Kommission die Betroffenen - in diesem Fall also die FIFA - auffordern, den Verstoß abzustellen und dafür auch bestimmte Vorgaben machen.
Weltverbandspräsident Gianni Infantino hatte die hohen Preise verteidigt und darauf verwiesen, dass die daraus generierten Einnahmen dem Fußballsport zugutekämen. Nach der anhaltenden Kritik hatte der Weltverband Mitte Dezember 2025 ein Sonderkontingent von Eintrittskarten für 60 Dollar eingeführt.
Allerdings gelten die günstigeren Preise nur für eine geringe Anzahl von Karten.
Andrang dennoch enorm
Trotz der massiven Kritik an den Preisen ist das Interesse an den WM-Tickets aber groß.
In der jüngsten Verkaufsphase hatte es nach Angaben der FIFA mehr als eine halbe Milliarde Ticketanfragen gegeben.
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